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Was steckt in unseren Gesichtspeelings drin? (Photo: shutterstock/popcorner)

Ökotest deckt auf: Immer noch Mikroplastik in beliebten Gesichtspeelings

Die Kosmetikindustrie ändert sich, aber nicht alle machen mit. Steckt auch in deinem Lieblings-Gesichtspeeling noch Mikroplastik?

In der September-Ausgabe von Ökotest wurden 26 Gesichtspeelings auf Herz und Nieren geprüft. Das Ergebnis: Ernüchterung. Noch immer wird zu viel Mikroplastik verwendet. Warum das ein Problem ist und welche alternativen Produkte du benutzen kannst, erfährst du hier.

Gesichtspeelings & Mikroplastik: Warum sie so gut zusammen funktionieren

Von Mikroplastik spricht man, wenn der Durchmesser des Teilchens unter 5 mm beträgt. Große Mikroplastikteilchen sind also durchaus noch mit dem menschlichen Auge erkennbar. In dieser Größe werden sie auch gern in Peelings verwendet als Schleifpartikel.

Frau peeling
Früher waren viele Peelingkörner aus Mikroplastik. Hat sich das geändert?(Photo: istock, gruizza)

Anders als natürliche Schleifpartikel wie Salz kann man die Mikroplastik in den Gesichtspeelings nämlich so abschleifen, dass sie keine spitzen Kanten haben und die Haut damit nicht so stark strapazieren. Außerdem ist Mikroplastik oft einfach preiswerter als Heilerde, Meersalz und Co.

Warum wir auf Mikroplastik verzichten sollten

Lange will ich hier gar nicht ausholen, denn wir haben bereits einen ausführlichen Artikel über Mikroplastik in Kosmetika geschrieben und wie sich Mikroplastik im Meer auf die Natur auswirkt. Klar ist aber: Mikroplastik wird von unserem Körper aufgenommen. Eine Kreditarte Plastik essen wir so im Jahr! Eklig.

Und auch nicht wirklich gesund. Mikroplastik steht im Verdacht, Alzheimer und Krebs zu begünstigen. Wenn dazu auch noch keine fundierten Ergebnisse da sind, kann uns der gesunde Menschenverstand schon sagen, dass Erdöl und Silikone nicht gegessen werden sollten.

Nun lecken wir unsere Gesichtspeelings zwar nicht regelmäßig an, die Tiere im Meer oder Fluss, in welches unser Abwasser irgendwann führt, dann aber schon. Und nur kurz später liegt das Fischfilet samt Mikroplastik dann wieder auf unserem Teller und wird fröhlich verspeist. Muss nicht sein.

Alles zu natürlicher Beauty findest du auf wmn.

Ökotest untersucht die gängigsten Gesichtspeelings

Immer lauter werden die Stimmen gegen Mikroplastik. Entsprechend erwarten wir als Kunden auch eine Reaktion in der Kosmetikindustrie. Wie haben die Gesichtspeelings abgeschnitten?

Die gute Nachricht vorweg: 14 von 26 Gesichtspeelings wurden von Ökotest mit der Note „Sehr gut“ bewertet und kommen komplett ohne Mikroplastik oder PEGs aus. Zumindest laut ihrer Definition von Mikroplastik. 

Hier richten sich viele nach der Liste des BUND, der noch nicht alle polymeren Verbindungen als Mikroplastik deklariert. So kann beispielsweise Müller ein Gesichtspeeling als „frei von Mikroplastik“ bewerben, obwohl ein natürlicher Kunststoff darin vorkommt.

Keines der untersuchten Produkte nimmt Mikroplastik als Peelingteilchen. Hier hat sich also schon viel getan. Allerdings kommen trotzdem noch Kunststoffe wie Silikon und PEGs in den Rezepturen vor.

Verbesserungswürdig sind die folgnden Marken: Bei Nivea wurde sowohl im Frauen- als auch im Männergesichtspeeling wurde Mikroplastik eingesetzt. Ebenfalls mit Kunststoffverbindungen arbeiten noch Balea, bebe, AOK, L’Oréal, Neutrogena, Bull Dog, Bioré, Sebamed, Bevola und CV.

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Chemische Gesichtspeelings sind ohnehin effektiver, aber deshalb trotzdem nicht zwangsläufig ohne Mikrplastik.(Photo: istock.com/CoffeeAndMilk)

Mit was wird die Haut gepeelt?

Alle untersuchten Peelings sind mechanische Peelings, das heißt, der Peeling-Effekt entsteht durch die Schleifpartikel. Hier nutzt kein Hersteller mehr Mikroplastik. Stattdessen wird zum Beispiel auf Sand, gehärtetes Jojobaöl oder Cellulose zurückgegriffen.

Wer einen echten Beauty-Experten fragt, der wird jedoch zu hören bekommen, dass man sich das Suchen nach Mikroplastik einfach sparen kann, wenn man statt mechanische chemische Gesichtspeelings nutzt. Wer lieber auf die Schleifpartikel schwört, kann zu diesen Peelings ohne Plastik greifen:

Gesichtspeelings ohne Mikroplastik

Ökotest hat die Gesichtspeelings von Alverde, Alviana, #be, Biocura, Cien, Elkos, Hej Organics, Isana, Lacura, Lavera, Logona, Nonique, Shisara und today getestet und alle für „sehr gut“ befunden. Davon sind sechs zertifizierte Naturkosmetik. Wer im Laden also sichergehen will, sollte einfach auf ein entsprechendes Siegel achten.


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