Mikroplastik in Babyflaschen
Im ersten Lebensjahr nehmen Babys mit der Flasche jede unfassbare Mengen Mikroplastik in sich auf. (Photo: iStock/OJO Images)

Studie: Babys schlucken täglich Millionen Teilchen Mikroplastik

Riesen Schock für Eltern: Babys, die mit Flasche gefüttert werden, schlucken täglich Millionen Teilchen Mikroplastik. Das ergab jetzt eine Studie. Lies hier, woran das liegt.

Diese Nachricht ist ein riesen Schock für Eltern: Babys nehmen mit der Flasche täglich Millionen Mikroplastikpartikel auf. Genauer gesagt sind es unglaubliche 16,2 Millionen Mikropartikel pro Liter. ForscherInnen aus Irland fanden heraus, dass Flaschen mit dem Kunststoff Polypropylen diese kleinen Partikel freisetzen. Wie genau Babys dem Mikroplastik ausgesetzt werden, erklären wir hier.

Extreme Hitze gibt Mikroplastik an Babys weiter

Ja, Muttermilch ist die beste Nahrung für Babys. Aber nicht immer ist es für die Mamas oder Babys möglich zu stilllen. Dafür gibt es zum Glück Alternativen, die strengen Kontrollen unterzogen werden. Die genaue Zusammensetzung der Milchpulver ist per Gesetz genauestens reguliert.

Eltern gehen also davon aus, ihrem Kind nur das Beste zu geben. Aber das stimmt leider nur zum Teil. Denn laut einer neuen Studie des Trinity College in Dublin stecken die gefährlichen Stoffe nicht in der Milchnahrung, sondern in den Flaschen selbst. 

Für ihre Studie wurden zehn verschiedene Babyflaschen untersucht. Die ForscherInnen hielten sich dafür an die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die gibt vor, die Fläschschen bei mindestens 95 Grad zu sterilisieren, um die Bakterienbelastung zu verringern

Auch beim Zubereiten der Babynahrung wird heißes Wasser verwendet. Aber genau unter dieser extremen Hitze werden die Mikroplastikteilchen freigesetzt. Tatsächlich werden Millionen Teilchen Mikroplastik und Billionen noch kleinerer Nanokunststoffe abgegeben!

Stillen in der Öffentlichkeit ist noch immer ein Tabu
Nicht immer ist es der Mutter oder dem Baby möglich zu stillen. Dann ist Fläschchennahrung (eigentlich) eine gute Alternative.(Photo: Shutterstock/Lolostock)

Gesundheitliche Auswirkungen sind unklar

Doch was genau bedeuten diese Ergebnisse? Noch sind die gesundheitlichen Auswirkungen von der Aufnahme dieser kleinen Plastikteilchen unbekannt. Deswegen sei es laut den  WissenschaftlerInnen der Studie „dringend erforderlich“, das Problem zu bewerten, gerade bei Säuglingen.

Prof. John Boland vom Trinity College sagte dem britischen Guardian, das Team sei "absolut geschockt" von der Anzahl der Mikroplastikteilchen gewesen. "Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation aus dem letzten Jahr schätzte, dass Erwachsene zwischen 300 und 600 Mikroplastikteilchen pro Tag aufnehmen würden – unsere Durchschnittswerte lagen in der Größenordnung von einer Million oder Millionen."

Das Team sei nun dabei zu untersuchen, wie sich die Mikroplastikteilchen auf das Immunsystem auswirken. Viele würden zwar einfach wieder ausgeschieden, aber es werden weitere Untersuchungen erforderlich sein, um zu analysieren, wie viele der Partikel in den Blutkreislauf aufgenommen werden und in andere Körperteile gelangen könnten. Viele WissenschaftlerInnen befürchten, dass Mikroplastik Krankheitserreger oder giftige Chemikalien in den Körper befördern könnte.

Was können Eltern tun?

Flaschen aus Polypropylen (PP) oder mit Anteilen aus PP machen 82,5 % des weltweiten Flaschenmarktes aus. Um die Mirkoplastikteilchen zu verringern, schlagen die Wissenschaftler vor, die Flaschen nach ihrer Sterilisation noch dreimal (!) abzuspülen. Bei der Zubereitung der Babynahrung sollte am besten ein plastikfreier Behälter verwendet werden. Ist die Pulvermilch abgekühlt, kann sie in die Plastikflasche eingefüllt werden.

Wem das zu umständlich ist, dem empfehlen die WissenschaftlerInnen auf Glasflaschen umzusteigen. Die sind zwar schwerer und zerbrechlicher, aber deutlich unbedenklicher. Wer trotzdem nicht auf Plastikflaschen verzichten möchte, sollte sich die genaue Zusammensetzung anschauen. Denn die meisten Mikropartikel geben laut der Studie die Flaschen aus reinem Polypropylen ab. Babyflaschen, die nur Anteile von PP enthielten, hatten deutlich geringere Werte.

"Das Letzte, was wir wollen, ist, die Eltern übermäßig in Alarmbereitschaft zu versetzen, insbesondere wenn wir nicht genügend Informationen über die möglichen [gesundheitlichen] Folgen haben", so Prof. John Boland. Wichtiger sei es, die aktuellen Richtlinien für die Zubereitung Pulverflaschen aus Kunststoff zu überdenken

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