Jugendliche haben Angst!

Angst davor, dass sie aufgrund der Pandemie keinen Ausbildungsplatz finden. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Für diese hat das Meinungsforschungsinstitut inconkids & youth im März und Februar mehr als 1.700 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 20 Jahren online befragt sowie 150 Face-to-Face Interviews mit Hauptschüler:innen geführt. wmn stellt die Ergebnisse vor.

Junge Menschen machen sich Sorgen um ihre Zukunft

71 % der Befragten glauben, dass sich ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz durch die Corona-Krise verschlechtert haben. Bei den Jugendlichen mit niedrigerer Schulbildung waren es sogar 78 Prozent!

Interessant: Nur 24 % glauben hingegen, dass die Corona-Krise auch die Chance auf einen Studienplatz verschlechtert.

Insgesamt schauen diejenigen mit niedrigerer Schulbildung pessimistischer in die Zukunft als die Personen mit einem höheren Abschluss in der Tasche. Ist das etwa ein Zufall? Nein, sagen die Studienautor:innen und erklären auch, woran das liegt: In der Corona-Krise sind viele Ausbildungsplätze weggefallen. Etwa in der Gastronomie oder im Tourismusbereich.

Doch im Gegensatz dazu ist die Anzahl der Studienplätze gleich hoch geblieben und das Studium wird nun einfach online durchgeführt. Jörg Dräger, ein Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung ergänzt: „Wer das Abitur hat, besitzt quasi eine Studiengarantie. Jugendliche mit niedrigeren Schulabschlüssen lassen wir in Krisenzeiten allein. Das ist nicht gerecht.“

Tut die Politik zu wenig für die Ausbildungsplätze?

Knapp die Hälfte aller Jugendlichen findet, dass der Staat sie bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht genügend unterstützt. Zudem finden 70 % der Befragten, dass es aufgrund der Corona-Krise weniger Informationsangebote über die Berufswahl von Lehrer:innen und Berater:innen gibt.

Jugendliche Ausbildung
Das sind die Ergebnisse der Umfrage. Foto: Bertelsmann-Stiftung

Nur: Was tut Deutschland gegen die Problematik? Wie hilft die Politik den Jugendlichen in der Krise? Immerhin wurden im letzten Jahr fast 10 % weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen als noch im Jahr zuvor, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen.

Die Bundesregierung unterstützt die Unternehmen finanziell, die trotz der Corona-Krise junge Menschen ausbilden. Die Gelder dafür wurden kürzlich noch einmal aufgestockt. Doch Kritiker:innen befürchten, dass eine Corona-Ausbildungsprämie nicht ausreichen wird, um genug Ausbildungsplätze zu schaffen…

Mehr zum Thema gefällig? Wir haben uns einmal angeschaut, welche Berufe Zukunft haben und das insbesondere für Frauen und welche Jobs gut bezahlt sind – ohne, dass die Mitarbeiter:innen viel Stress haben.