Neue Details zum Tod von Kobe Bryant (1978-2020) und seiner Tochter Gianna (2006-2020): Der „New York Times“ liegen Dokumente vor, die ein Gespräch zwischen Vanessa Bryant (39), der Witwe des Basketballstars, und eines Anwalts, der den Bezirk Los Angeles vertritt, aufzeichnen. Demnach habe sie über die sozialen Medien bereits Beileidsbekundungen erhalten, noch bevor die Bestätigung ihres Todes eingetroffen sei.

Ein Assistent habe sie kurz nach dem Absturz, der sich im Januar 2020 ereignete, informiert und gesagt, dass fünf Menschen überlebt hätten, heißt es in dem Bericht weiter. Sie sei davon ausgegangen, dass sich ihre Familie unter den Überlebenden befand. „Ich hielt mein Telefon fest, weil ich versuchte, meinen Mann zurückzurufen, und dann tauchten all diese Benachrichtigungen auf meinem Telefon auf, in denen stand ‚RIP Kobe, RIP Kobe, RIP Kobe’“, so Vanessa Bryant.

„Wie Tiere auf der Straße“

Anschließend sei sie zu einer Polizeistation in der Nähe des Unglücksorts gefahren, wo ein Sheriff ihr den Tod ihres Mannes und ihrer Tochter bestätigt habe. Daraufhin habe sie darum gebeten, dass man keine Fotos von ihren Liebsten mache und den Bereich sichere. Das sei ihr zugesagt worden. Dennoch hätten Ersthelfer Bilder von den Leichen an der Absturzstelle gemacht.

Dagegen will Vanessa Bryant nun vorgehen und verklagt den Bezirk Los Angeles und einige seiner Behörden und Mitarbeiter wegen emotionaler Belastung. „Die Auswirkungen des Hubschrauberabsturzes waren so verheerend, dass ich einfach nicht verstehe, wie jemand das Leben und das Mitgefühl nicht respektieren kann und stattdessen die Gelegenheit nutzt, um leblose und hilflose Menschen zu seiner eigenen kranken Belustigung zu fotografieren“, heißt es weiter im Bericht der „New York Times“. Sie könne sich nicht vorstellen, „wie jemand so gefühllos sein kann und keine Rücksicht auf sie oder ihre Freunde nimmt und die Bilder einfach teilt, als wären sie Tiere auf der Straße“.

Verhandlungen gehen weiter

Der ehemalige Basketballer und spätere Oscarpreisträger starb am 26. Januar 2020 bei einem Absturz seines privaten Helikopters. Mit an Bord war, neben sieben weiteren Personen, seine 14-jährige Tochter Gianna, die den Absturz ebenfalls nicht überlebte. Die Verhandlungen in dem Fall sollen in dieser Woche sowie Anfang November weitergehen.

(eee/spot)