Seit Mittwoch gilt in Deutschland der Lockdown. Seit diesem Tag sind die Schulen und Kitas geschlossen, der Einzelhandel ist dicht – und diejenigen, die noch ein Geschenk für ihre Liebsten brauchen, können nur noch online oder in Drogerien und Supermärkten shoppen.

Doch ganz anders sieht es in manchen der sechzehn Bundesländer aus. Hier klafft eine Gesetzlichslücke, die es den Bürgern ermöglicht, in den nächsten Tagen noch schnell Geschenke einzukaufen.

Shoppen trotz Lockdown: Ein Bundesland macht es möglich 

Berliner, die noch günstige Zigaretten, Alkohol oder Böller kaufen wollen, haben ein kleines Schlupfloch gefunden und können nach Polen fahren und dort shoppen gehen. Richtig fies: Während Berliner nach Polen fahren können, werden Brandenburger dafür mit zehn Tagen Quarantäne bestraft. 

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Warum ist das überhaupt erlaubt?

Während Brandenburg den sogenannten „kleinen Grenzverkehr“ durch eine Quarantänepflicht einschränkt, gibt es solche Auflagen in der Berliner Infektionsschutzverordnung nicht. Polen wird vom Robert Koch-Institut als Risikogebiet eingestuft, laut Paragraf 22 der Berliner Eindämmungsverordnung gilt das aber nicht, wenn sich jemand weniger als 24 Stunden im Nachbarland aufgehalten hat. Heißt: Während die Berliner weiterhin einen kurzen Tagestrip nach Polen machen und dort shoppen können, müssen Brandenburger danach in Quarantäne. Ausgenommen davon sind nur Berufspendler, Schüler, Studierende oder Familienbesuche.

Und genau das machen sich polnische Märkte und Geschäfte auch zunutze: So wirbt beispielsweise der „Polenmarkt Hohenwutzen“ auf Facebook damit, dass drei Mal pro Tag Shuttle-Busse von Berlin abfahren. 

MARKT GEÖFFNET / KEINE EINSCHRÄNKUNGEN FÜR BERLINER Der Markt hat auch ab morgen, Mittwoch den 16.12.2020 normal…

Gepostet von Polenmarkt Hohenwutzen am Dienstag, 15. Dezember 2020

Der Eintrag des Polenmarkts auf Facebook.

Das Regel-Wirr-Warr sorgt bei vielen für Unverständnis. Unter dem Post sprechen viele Nutzer nun von Diskriminierung, andere erklären, dass sie sich für die Händler in Polen freuen, aber dass es „absolut kein Wunder ist, dass sich die Menschen verarscht fühlen und sauer werden“.

Und wie sieht es mit dem kleinen Grenzverkehr in anderen Bundesländern aus?

In den anderen Ländern wird die Lage ebenfalls unterschiedlich gehandhabt. Bürger aus Baden-Württemberg zum Beispiel können nach Frankreich oder in die Schweiz fahren – und müssen sich innerhalb von 24 Stunden nicht in Quarantäne begeben. Rheinland-Pfalz und das Saarland sind da etwas lockerer und erlauben es, sich 72 Stunden lang in Frankreich aufzuhalten, ohne danach in Quarantäne zu gehen.

Ganz anders hingegen sieht es in Bayern aus: Hier ist der Grenzverkehr zu Österreich und Tschechien verboten. Selbst kurze Fahrten sind nicht mehr ohne triftigen Grund erlaubt. Es sei denn, die Betroffenen gehen danach in Quarantäne oder weisen nach fünf Tagen einen negativen Coronatest nach. 

Zusammengefasst bedeutet das: Während die einen Bundesländer Einkaufstouren bei den Nachbarn bewusst unterbinden wollen, lassen die anderen es zu.

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