Hat er mir seinen richtigen Namen genannt oder ist das ein Fake? Ist mein Match wirklich so nett oder ist das alles nur Show? Und gibt es da etwas, das ich über ihn wissen müsste? Das Online-Dating steckt voller Unsicherheiten!

Aber die Dating-App Tinder will das Online-Dating sicherer machen. Dafür ist ein Feature geplant, mit dem die User:innen checken können, ob ihr Match Vorstrafen hat.

wmn erklärt, was es damit auf sich hat und wann wir mit der Funktion rechnen können.

Vorstrafen checken mit dem neuen Tinder-Feature

In einer Pressemitteilung kündigte das Tech-Unternehmen das neue Feature an, mit dem die User:innen aus den USA in nur wenigen Klicks einen Hintergrundcheck von ihrem Match machen können. Dafür arbeitet Tinder mit der Non-Profit-Plattform Garbo zusammen, die laut eigenen Aussagen Gewalt in der digitalen Welt verhindern will. Dafür wertet Garbo öffentliche Berichte über (sexualisierte) Gewalt aus. Etwa Gerichtsurteile, Verhaftungen, aktenkundige Belästigungen und Verurteilungen.

Nun soll die Dating-App Tinder an diese Datenbank angeschlossen werden.

Der Fokus liegt auf Gewaltverbrechen

Durch die Verknüpfung mit Tinder sollen die Nutzer:innen der Dating-App in Zukunft ganz einfach nachschauen können, ob ihr Match Vorstrafen wegen Missbrauch, schweren Verbrechen oder sexualisierter Gewalt hat oder einstweilige Verfügungen vorliegen. Dafür brauchen sie nur den Namen und die Telefonnummer ihres Matchs.

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Die Dating-Welt ist eine komplizierte Welt. Foto: istock/YakobchukOlena /

Einen Check über Drogen- und Verkehrsdelikte soll es hingegen nicht geben. Denn nur weil jemand über eine rote Ampel gefahren ist oder wegen Drogenbesitz festgenommen wurde, bedeutet das nicht, dass er oder sie einen Hang zur Gewalt hat.

Der Tinder-Check: Zu schön, um wahr zu sein?

Da das Thema Gewalt gegen Frauen in den letzten Jahren stärker in den Fokus der Öffentlichen Wahrnehmung gerückt ist, trifft Tinder mit seinem neuen Feature den Puls der Zeit. Doch: Es sind noch viele Fragen offen. Etwa, wie lange die Daten über die Gewaltdelikte in der Datenbank bleiben werden. Was mit den Personen ist, die ihre Gefängnisstrafe bereits abgesessen haben und auch, ob Tinder die Funktion in Deutschland anbieten wird, ist noch unklar. Denn hier gelten andere Datenschutzbestimmungen als in den USA.

Doch es kommt noch zu zwei weiteren Problemen. Zum einen wird es schwierig, etwas über das Match herauszufinden, wenn er oder sie nicht seinen richtigen Namen angibt. Und zum anderen gibt es keine seriösen Zahlen darüber, wie häufig es in Folge solcher Dating-Apps zu (sexualisierter) Gewalt kommt und dementsprechend auch nicht, wie wirksam das neue Feature sein wird.

Das Einzige, das wir bislang wissen, ist, dass Tinder nun eine Testphase in den USA startet und die Funktion auch auf den anderen Datingplattformen wie OkCupid, Hinge und PlentyOfFish anbieten könnte.

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