The Makery trifft den Zahn der Zeit bei Höhe der Löwen. Gerade jetzt wo der Lockdown langsam ein Ende nimmt und wir uns alle nach mehr Aktivitäten sehnen. Denn die Online-Plattform bietet Profis die Möglichkeit Workshops in den verschiedensten Handwerken anzubieten. Von selbst gemachter Pasta bis zur eigenen Seife ist alles dabei.

Aber Moment, da klingelt doch was bei uns und auch bei den Löw:innen, denn so eine Idee gab es doch schon einmal bei DHDL, oder nicht?

The Makery bei DHDL: Das kennen wir doch schon?

Wer die Höhle der Löwen fleißig verfolgt, weiß wovon die Rede ist: Art Night. Und das ist noch gar nicht so lange her, denn 2019 pitchen Aimie-Sarah Carstensen und David Neisinger ihre Idee vor den Investor:innen. Es handelte sich um eine Plattform, die Mal-Workshops in angesagten Locations veranstaltete.

Obwohl Georg Kofler damals zuerst skeptisch war, ließ er sich überzeugen und investierte. Ohne Reue, denn Art Night wurde zu einem der erfolgreichsten Unternehmen aus DHDL und hostet jetzt Workshops in 5 Ländern.

Und inzwischen ist weit mehr als nur Malen angesagt. So gibt es zum Beispiel auch das Format Plant Night für angehende Pflanzen besitzer:innen oder Shake Night für Cocktail-Workshops.

Und was macht „The Makery“ anders?

Gründer Jasper Kolb verheimlicht die Ähnlichkeit nicht, aber kennt auch die Stärken seiner eigenen Plattform, denn diese sei technisch viel besser und breiter aufgestellt und könne mit einem Fingerschnippen internationalisieren.

Aber was genau meint er damit? Vergleichen wir dir beiden Plattformen einmal Schritt für Schritt:

„The Makery“ vs „Art Night“

Art Night verbindet Künstler:innen mit Locations und ist selber Veranstalter der Malworkshops. Dafür gibt es ein eigenes Scouting-Team. The Makery verbindet Handwerksschaffende mit Interessierten, dient aber nur als Kommunikationspartner und veranstaltet die Workshops nicht selbst.

Das heißt: weniger Aufwand für die Plattform selbst. Gleichzeitig kann das Angebot viel schneller wachsen, denn die Workshophosts kümmern sich selbst um Ort und Materialien.

Bei Art Night sind die Workshops alle gleich aufgebaut: Es wird ein bestimmtes Bild unter Anleitung nachgemalt. Um mehr als Kunst anbieten zu können, müssen sie eine neues Format kreieren wie Shake Night oder Plant Night.

ArtNight
Bei Art Night malt man zusammen ein bestimmtes Motiv in einer angesagten Location. Credit: Art Night

The Makery muss das nicht, denn ihr Name und ihre Plattform spezialisiert sich nicht auf ein bestimmte Produkt, sondern viel mehr auf die Workshops an sich und deren Vermittlung. Das Portfolio kann also ohne viel Aufwand sehr schnell wachsen.

Damit ist The Makery besser skalierbar, weil zur Internationalisierung nur die Sprache der Website geändert werden muss. Art Night hingegen muss erst einmal Künstler:innen vor Ort scouten und Locations klarmachen. Je mehr Standorte und Künstler:innen sie bekommen, desto mehr Personalaufwand.

Fazit: „The Makery“ hat „Art Night“ weiter gedacht

Unter Kreativen gibt es das Sprichwort „Besser schlecht kopiert als schlecht gemacht.“ und genau das trifft in diesem Fall auch zu: Gab es die Idee, kreative Menschen mit professionalen Künstler:innen über Workshops zu verbinden schon? Ja. Gab es diese Plattform für jegliche Art Workshop? Nein.

Für Art Night bedeutet es viel Arbeit und Geld, um für verschiedene Workshoptypen ein eigenes Format zu schaffen. Hier ist The Makery weit voraus. Dafür wird Art Night in Sachen Malworkshop sicherlich ein Experte bleiben und auch ein Garant für Qualität.

Denn dieser Haken könnte The Makery auf die Füße fallen: Sie können nicht für die Qualität und Durchführung der Workshops garantieren, denn sie organisieren diese nicht.

Durch diese unterschiedlichen Herangehensweisen, werden die beiden Unternehmen vermutlich auch keine große Konkurrenz füreinander sein Georg Kofler wird seine Entscheidung in The Makery bei Der Höhle der Löwen zu investieren, sicher nicht bereuen.

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