Ausgebeutet, unterdrückt und davon auch noch profitiert. Diesem schweren Vorwurf müssen sich nun mehrere deutsche Unternehmen stellen. Im Fokus der Anklage stehen nicht nur die Modeunternehmen Hugo Boss und C&A, sondern auch die Supermarkt-Ketten Aldi und Lidl. Strafanzeige stellte das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR).

Laut ECCHR haben sich die Firmen der Mithilfe bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht. ie deutschen Firmen sollen demnach direkte oder mittelbare Lieferbeziehungen zu Textilfirmen gehabt haben oder weiter haben, die in das staatliche Zwangsarbeitsprogramm in Xinjiang involviert sind. Die Firmen, die die Rechte von Uiguren verletzen und seit Jahren von der kommunistischen Partei unterdrückt werden. Zudem zwinge die chinesische Regierung die turksprachige Ethnie zur Arbeit in der Textilindustrie oder der Baumwollernte, wie aus Berichten von Amnesty International ersichtlich wird.

Produktion in Xiniang: Aldi, Lidl und Co. 

So ließen die Unternehmen, die von der NGO eine Klage erhielten, noch vor Kurzem in Xinjiang produzieren. Was laut ECCHR aus den veröffentlichten Zuliefererlisten hervorgeht. Somit begünstigen Aldi, Lidl und Co. nicht nur die vorgeworfene Zwangsarbeit, sondern profitieren auch von dieser. Von der Generalbundesanwaltschaft fordere die Nichtregierungsorganisation nun eine Untersuchung der Anklagepunkte.

Profitieren Aldi, Lidl und Co. von Zwangsarbeit? Credit: IMAGO / Addictive Stock

Falls der Verdacht bestätigt werde, fordere die Leiterin des ECCHR-Programms harte Strafen. “Es ist inakzeptabel, dass europäische Regierungen China für Menschenrechtsverletzungen kritisieren, während die Unternehmen womöglich von der Ausbeutung der uigurischen Bevölkerung profitieren. Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen in den Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, falls sich der Verdacht der Zwangsarbeit bestätigen sollte”, so Miriam Saage-Maaß.

Supermarkt weist Vorwürfe zurück 

Aldi und Lidl sowie Hugo Boss und C&A weisen jegliche Vorwürfe zurück und stellen klar, dass sie Zwangsarbeit nicht dulden. So habe Aldi schon länger keine Lieferbeziehungen mehr mit Firmen aus der Region unterhalten. Lidl bezog laut eigener Aussage bis Juni 2021 noch Ware aus der Region, plane aber keine weiteren Auftragsvergaben mehr aus Xinjiang. Außerdem erkläre die Supermarkt-Kette, dass das Unternehmen die Grundrechte aller Beschäftigten schütze und Lidl eine Null Toleranz-Grenze gegenüber Zwangs- und Kinderarbeit habe.