Dickpics, zu Deutsch „Schwanzbilder“ werden immer mehr zur Normalität und damit auch immer mehr zum Problem. Ein Dickpic ist per Definition nicht mehr und nicht weniger als ein Foto eines erigierten Penisses, das über das Netz verschickt oder anderweitig veröffentlicht werden. Die Empfangenden dieser Fotos sind meist Frauen. Die Absender sind meist Männer, die exhibitionistische Züge an sich haben.

Triggerwarnung: In diesem Artikel geht es unter anderem um sexualisierte Gewalt. Solltest du dich durch sexuelle Übergriffe getriggert fühlen, lies bitte nicht weiter, oder nimm eine Vertrauensperson zur Hilfe. Geht es dir nicht gut? Dann findest du unter dieser Nummer 24/7 eine professionelle Beratung: 08000 116 016.

Dickpics werden aus bestimmten Gründen verschickt

Dickpics sind an sich nichts Verwerfliches. Es gibt schlechte und es gibt gute Dickpics, genauso wie es schlechte und gute Horrorfilme gibt. Es kommt immer auf den Kontext und die Intention an.

Was macht ein gutes Dickpic aus?

Gute Dickpics sind rar, aber dennoch gibt es sie. Sie entstehen beispielsweise in Fernbeziehungen, die durch Cyper-Sex ihr Liebesleben aufpeppen wollen. Dazu schickt man sich gerne gegenseitig mal sexy Fotos durch den Äther. Hier ein Nippel, da ein Stück Schambehaarung und sogar ein erigierter Penis kann da zu sehen sein. Sollten die Fotos in beiderseitigem Einverständnis verschickt worden sein, ist das vollkommen legitim.

Was macht ein schlechtes Dickpic aus?

Da wird jetzt wissen, wie ein gutes Dickpic funktioniert, können wir nun auch sehr gut ableiten, was ein schlechtes Dickpic ist. Jedes Foto, das nicht in beidseitigem Einverständnis verschickt wird, ist kein gutes. Das gilt für ungewollte Fotos der Vulva genauso wie für ungewollte Fotos der erigierten Gliedes. Allerdings passiert letzteres so viel seltener, dass es dafür nicht einmal eine eigene Begrifflichkeit gibt. Oder hast du schon einmal von einem Vulva-Pic gehört, das ohne das Wissen des Anderen versendet wurde?

Sommerpenis
Männer finden sich auf Dickpics attraktiv. Frauen nicht. Credit: IMAGO / Addictive Stock

Darum verschicken Männer Dickpics

Laut einer Studie aus dem Jahr 2019 haben 82 % der Probanden angegeben, dass sie Dickpics aus dem Grund verschicken, weil sie die Bilder selbst sehr attraktiv fanden. Sie erwartete somit von den Frauen sexuelle Erregung durch das Empfangen des Fotos ihres erigierten Gliedes. Die Intention der Männer, die Dickpics verschicken, sieht der Studie zufolge wie folgt aus:

  • 50 % wollen damit der empfangenden Person das Gefühl geben, dass sie sich ebenfalls attraktiv fühlen sollen.
  • 53 % der Männer erwarteten zudem ebenfalls „sexy Bilder“ als Antwort auf ihr Dickpic.
  • 49 % der Männer glauben, dass es ein exzellenter Weg sei, um ihr sexuelles Interesse an der Person zu signalisieren.

Generell haben viele Männer das Gefühl, dass sie durch ein Dickpic eine gewisse Macht über die Menschen ausüben können, die die Bilder empfangen. Zwar sind die Gründe für das Versenden von Dickpics nicht unbedingt sexistisch oder gewaltvoll. Dennoch wollen die Männer damit eine gewisse Macht über die Empfangenden ausüben.

Das empfinden Frauen bei Dickpics

Die Studie zeigte, dass Männer sich nicht unbedingt etwas Böses denken, wenn sie ein solches Bild verschicken. Allerdings sehen Frauen das ganz anders. Die meisten Frauen fühlen sich durch ein eintreffendes Dickpic durchaus belästigt, so sagt es die die Psychologin und Kriminologin Sandra Schwark, Expertin für sexualisierte Gewalt, im Gespräch mit Merkur.de. Für Frauen, die bereits eine sexuell übergriffige Tat erlebt haben, kann ein Dickpic sogar retraumatisierend sein.

Fazit: Gegen Dickpics wehren

Ein ungewolltes Dickpic zu versenden und damit ungescholten davonzukommen, sollte nicht mehr die Norm sein, doch es passiert leider noch immer viel zu häufig. Frauen, die unter diesen Bildern leiden, tun gut daran, sich aktiv dagegen zu wehren. Die meisten wissen gar nicht, dass es strafbar ist, ein Dickpic zu verschicken. Wer das tut, kann sich eine saftige Geldstrafe einhandeln. Sich zu wehren geht auf mehrere Arten.

  • Die Bilder öffentlich machen.
  • Den Absender auf Social Media melden.
  • Anzeige erstatten.

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