Männer und Affen werden sich mit steigendem Alter immer ähnlicher. Zumindest in einer Hinsicht. Zu diesem Ergebnis kommt ein US-Forscherteam. Im Fachblatt „Science“ berichten die Wissenschaftler von ihren Beobachtungen. 

wmn stellt die Studienergebnisse kurz und knapp vor.

Worin sich Affen und Männer ähneln

Affen sind unsere nächsten Verwandten im Tierreich und werden mit einer Lebenserwartung von 50 bis 60 Jahre auch ziemlich alt. Hinzukommt, dass sie auch sehr gesellige Tiere sind.

Aber zurück zur Studie: Die Forscher haben sich auf das Sozialleben von männlichen Schimpansen fokussiert. Und diese über elf Jahre hinweg beobachtet. Und das an 142 Tagen im Jahr. 

In diesem langen Zeitraum hat das Forscherteam analysiert, wie häufig sich die Affen nahekommen, wie oft sie zusammensitzen und sich das Fell pflegen. Das Ergebnis: 

  • 15-jährige Schimpansen hatten durchschnittlich 2,1 einseitige und 0,9 gegenseitige Freunde
  • 40-jährige Schimpansen hatten hingegen 0,6 einseitige und 3 gegenseitige Freunde
  • Je älter die Affen wurden, desto weniger agressiv waren sie

Was daraus gefolgert werden kann? Dass die männlichen Schimpansen in ihrem Leben die Zahl und Struktur ihrer Freundschaften verändern. Nämlich: Wenn die Affen älter werden, konzentrieren sie sich stärker auf ihre wahren Freunde und weniger auf einseitige Beziehungen. Und genau das tun Männer auch. Während sie in jungen Jahren noch mehr Freunde haben als Frauen, haben sie im fortgeschrittenen Alter sogar noch weniger. Sie legen also eher Wert auf wenige, aber dafür viel engere Freundschaften.

Hinweis: Die Forscher haben sich auf Männchen konzentriert, weil Weibchen bei der  Geschlechtsreife häufig die Gruppe wechseln.

Affe Männer
Affen sind uns ähnlicher als wir denken(Photo: unsplash)

Woran liegt das?

Auch wenn der Verdacht naheliegt, dass sich Menschen im Alter eher auf enge, intensive Freundschaften fokussieren, weil sie sich darüber bewusst werden, dass ihr Leben ein Ende hat, greift der Gedanke bei Affen nicht. „Schimpansen sind zwar sehr klug, aber sie verstehen nicht, dass sie sterben werden„, erklärt Richard Wrangham, der Ko-Autor der Studie von der Harvard University.  Und weiter: „Es ist viel wahrscheinlicher, dass bei Schimpansen etwas Anderes erklärt, warum ihre Beziehungen im Alter positiver werden. Und dann stellt sich die Frage, ob das auch für Menschen gilt.“

Und das heißt so viel wie: Die Forschung ist damit wohl noch nicht am Ende…

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