Wenn Deutschland bei der Fußball-Europameisterschaft antritt, sitzt halb Deutschland vor den Fernsehgeräten. Was dabei genau mit dem Stromverbrauch passiert, zeigt nun eine interne Auswertung des Energieanbieters Eon. Von der Vorberichterstattung über das eigentliche Spiel bis zur TV-Nachbereitung wurde beispielsweise beim Auftakt gegen Frankreich mehr Energie verbraucht als im Vergleichszeitraum. Dazu kommen gekühlte Getränke und Grills in Dauerbetrieb. Erst mit Ende der EM-Berichterstattung hat der Strombedarf wieder das „normale“ Niveau erreicht.

Stromverbrauch bis zum Ende erhöht

Während der 0:1-Auftaktniederlage gegen Frankreich zeigte sich laut Eon auch, dass der Stromverbrauch vor allem kurz vor Spielende „merklich höher als im gleichen Zeitraum vor einer Woche“ gewesen sei. Das Unternehmen sieht darin „ein Indiz dafür, dass viele Fußballfans vor allem kurz vor Spielende mitfieberten und am Ende vergeblich auf den Ausgleich hofften.“ Kurz nach der Halbzeitpause dagegen zeige die Kurve ein kurzes stärkeres Gefälle, was nahelegen könne, dass einige Zuschauer das Spiel etwa ab Minute 60 nicht mehr sehen wollten: „Einige Fußball-Fans dürften daher die erste Viertelstunde nach der Pause die Partie weiterverfolgt, danach aber vorzeitig abgeschaltet haben. Solche Datenauswertungen bieten daher besonders bei sportlichen Großereignissen interessante Einblicke beim Stromverbrauch“, so der Data-Experte Christian Essling von Eon.

Nach dem Sieg länger drangeblieben

Nach dem 4:2-Sieg gegen Portugal gab es Indizien dafür, dass viele Fans auch nach Abpfiff drangeblieben sind – oder den Sieg energiereich gefeiert haben: „Nach Spielende um kurz vor 20 Uhr überholte der Stromverbrauch am Tag des Siegs gegen Portugal die Kurve des Vergleichszeitraums von vor der EM. Im Verlauf des Abends blieb der Stromverbrauch meist durchgängig etwas höher“, so das Fazit des Energieanbieters.

Fußballspiele als Prüfstein für Versorger

Nicht nur in Sachen Strombedarf machen sich Spiele der Nationalmannschaft bemerkbar. Wasserversorger etwa dokumentieren regelmäßig während der Halbzeitpausen und nach dem Schlusspfiff einen deutlich erhöhten Verbrauch. Das war auch bei den ersten beiden Gruppenspielen der deutschen Mannschaft bei der laufenden EM nicht anders. Allerdings gibt es regionale Unterschiede, wie die „Rhein Neckar Zeitung“ vom Auftaktspiel gegen Frankreich berichtet: Im Südwesten der Republik sorgten die Bewohner von einigen Ortschaften noch vor dem Spiel, die anderen erst zur Halbzeit für den „Pipi-Peak“.

Am heutigen Mittwoch spielt Deutschland um 21 Uhr gegen Ungarn. Ein Unentschieden reicht bereits, um das Achtelfinale zu erreichen. In der K.o.-Runde dürfte der Energie- und Wasserbedarf erst so richtig Fahrt aufnehmen.

(elm/spot)