Halloween ist bei Klein und Groß (fast) überall auf der Welt ein beliebtes Fest. Mit einer ordentlichen Portion Grusel und Gänsehaut im Gepäck, werfen wir einen Blick auf schöne wie skurrile Bräuche, mit denen Menschen den Tag begehen.

„Trick or Treat“ in den USA

Von den USA ist „Trick or Treat“ in Form von „Süßes, sonst gibt’s Saures“ schon vor Jahren über den großen Teich bis nach Deutschland geschwappt. Schön gruselig verkleidet ziehen Kinder (und manchmal auch Erwachsene) von Tür zu Tür und bitten um Süßigkeiten – ansonsten droht ein Streich. So mancher Baum wurde schon mit Toilettenpapier verziert.

Die lustige Tradition hat einen weniger heiteren Hintergrund: Sie hat ihren Ursprung unter anderem in der walisischen Tradition der „Cennad y Meirw“ (dt.: „Botschafter der Toten“). Reiche Mitglieder der Gemeinden bereiteten Festmahle zu Samhain zu; die Armen gingen von Tür zu Tür, um milde Gaben zu erbitten. In jedem Haus erhielten sie Lebensmittel, die ausschließlich dafür beiseite gestellt wurden.

Ein Brauch, den die Christen in abgewandelter Form übernahmen. Zu Allerseelen gingen sie umher und erbaten „Seelenkuchen“. Im Gegenzug versprachen sie, Gebete für die Angehörigen der Spender zu sprechen.

Nussorakel in England

In England und Schottland schaut man mit einem Blick ins Feuer in die Zukunft. In der Nut-Crack-Night werden mehrere Haselnüsse mit den Namen von der potentiell Zukünftigen versehen und in die Flammen geworfen. Die Nuss, die am hellsten brennt, wird es laut Nussorakel werden. Natürlich gibt es auch hier Abwandlungen. So können bereits bestehende Pärchen zwei Nüsse ins Feuer legen und abwarten, ob die Früchte langsam verbrennen oder laut explodieren. Die Auslegung ist dann individuelle Deutungssache. 1912 kam das Buch „Games for Hallow-e’en“ auf den Markt, in dem Interessierte weiter Spiele finden.

„Tag der Toten“ in Mexiko

Grusel 2.0 verspricht der „Día de los Muertos“ in Mexiko. Die Vorbereitungen zum „Tag der Toten“ starten Mitte Oktober, gefeiert wird vom 31. Oktober bis 2. November. Dann gedenken die Einheimischen dem Tod und der Verstorbenen – und das mit aufwendigen Kostümen und viel Farbe. Seit 2003 gilt es durch die UNESCO als „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“.

Zum Hintergrund: Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten einmal im Jahr zum Ende der Erntezeit zu Besuch aus dem Jenseits und feiern mit den Lebenden ein frohes Wiedersehen mit Musik, Tanz und Essen. Dementsprechend werden Geschäfte und Straßen farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail geschmückt. Wichtigste Regel: Getrauert wird nicht!

(kms/spot)