Sie sind wütend, enttäuscht vom System und müde, jeden Tag einen Kampf kämpfen zu müssen, der so aussichtlos erscheint. Tausende Demonstranten gehen in den USA auf die Straße, um gegen ein umstrittenes Urteil und gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren.

Denn im März erschossen weiße Polizisten die Schwarze Breonna Taylor. Die 26-Jährige starb in ihrer eigenen Wohnung. Nun aber steht fest, dass die verantwortlichen Cops dafür nicht zur Rechenschaft gezogen werden und für den Tod von Breonna angeklagt werden. 

Stattdessen wurde lediglich gegen einen Polizisten ein Strafverfahren eingeleitet, weil er bei dem Einsatz die Nachbarn in Gefahr gebracht hatet. Aber: Auch er kam am Mittwoch frei.

In der Nacht von Breonna Taylors Tod hatten die Beamten einen Durchsuchungsbefehl für ihre Wohnung, weil sie ihren Ex-Freund verdächtigten, mit Drogen zu handeln. Die Cops stürmten die Wohnung, in der Taylor mit ihrem Freund im Bett lag. Dieser hielt die Polizisten für Einbrecher und feuerte aus Selbstverteidigung einen Schuss ab. Die Beamten schossen ebenfalls aus Selbstverteidigung zurück und töteten dabei die unbewaffnete Breonna Taylor.

Das Gesicht der Afroamerikanerin steht seitdem für die Black Lives Matter-Bewegung, die nach dem Tod von dem Amerikaner George Floyd gegen Polizeigewalt und Rassismus demosntriert.

Breonna Taylor: Das Urteil sorgt für viel Kritik

Nachdem das Urteil bekannt geworden war, demonstrierten in zahlreichen US-Städten tausende Menschen. Es kam zu Zusammenstößen zwischen ihnen und der Polizei. Auch auf Social Media drücken Black Lives Matter-Aktivisten sowie Stars, wie beispielsweise George Clooney ihr Unverständnis und ihre Wut über das Urteil aus.

Basketballspieler LeBron James sagt selbst, dass er keine Worte für das Urteil findet.

Und auch Präsidentschaftskandidat Joe Biden kritisierte das Urteil. Auf Instagram schreibt er: „Wieder einmal müssen wir uns fragen, ob unsere Justizentscheidungen die Frage der Gerechtigkeit gleich beantwortet. Aber was klar ist, ist dass schwarze Frauen in Amerika etwas Besseres verdient haben.“

Und was macht Präsident Donald Trump?

Ganz anders als sein Konkurrent Joe Biden reagiert hingegen Präsident Donald Trump. So schreibt er auf seinem Lieblingskanal Twitter: „Ich bete für die beiden Polizeibeamten, die während der Proteste in  Louisville angeschossen wurden. Die Regierung steht hinter euch!“ Worte an Breonna Taylors Familie? Gibt es von Donald Trump nicht.

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus wird Trump mehrmals von Journalisten dazu aufgefordert, die Entscheidung zu kommentieren, aber der Präsident verweigert eine Antwort. Und schließlich verlässt er ohne etwas dazu zu sagen den Raum, um einen „Notruf“ zu machen.  Seine Pressesprecherin Kayleig McEnany springt ein und bittet die Journalisten „respektvoller zu sein und Anstand zu wahren“.

Etwas später lässt sich Trump dann doch noch zu einem Statement hinreißen. Nur: Es ist weder an die Familie von Breoona Taylor gerichtet, noch an die Freunde oder die Demonstranten. Stattdessen ehrt Donald Trump den Justizminister von Kentucky. Dieser, so Trump, mache eine „fantastische Arbeit“ und sei „ein Star“.

Mehr zum Thema gefällig?

Mittlerweile ist bekannt, dass Donald Trump die Wahrheit nicht allzu ernst nimmt. Wir haben seine Lügen-Chronik einmal aufgeschrieben. Hinzukommt, dass der Präsident an seinem eigenen Versprechen, einen Impfstoff gegen das Coronavirus noch vor der US-Wahl zur Verfügung zu stellen, scheitern könnte.

Trump ist leider auch ein Rassist. Das wird immer wieder deutlich, wenn man sich seine Aussagen der letzten Jahre anschaut.