Rassismus-Skandal bei Limango! Eigentlich wollte der Online-Shop nur das Bettwäsche-Set „Ring“ in schwarz anbieten, doch die geriet bei DIESER „Dekoration“ zur Nebensache. Denn auf dem Foto sind ebenfalls drei Bilderrahmen mit Kunstmotiven abgebildet. Wie konnte das nur passieren? 

User teilen auf Social Media das Produktfoto mit dem N-Motiv im Hintergrund.

Shitstorm auf Twitter, Instagram & Co.

Auf Twitter, Instagram & Co. laufen die User Sturm. So schreibt Agnes Nitt auf Twitter „Hey #limango welcher Vollhorst hat denn bitte das zu verantworten?!?“. jojohu99 regt sich auf Instagram auf: „Was ist falsch mit Euch? Das Internet vergisst nie.“ Tatsächlich werfen viele User dem Unternehmen vor, negative Kommentare gelöscht und das besagte Foto nachträglich bearbeitet zu haben. Mit dem rassistischen Motiv wurde bei Instagram offensichtlich sogar Werbung geschaltet.

Autorin und Kolumnistin Jasmina Kuhnke will auf Instagram auf den Rassismus aufmerksam machen und stößt auf Widerstand.

Unternehmen veröffentlicht Statement

So etwas darf nicht passieren.

– Limango

Mittlerweile hat Limango zu den Vorwürfen Stellung genommen. „Liebe Follower,“ schreibt das Unternhemen auf Instagram. „Wir wurden durch Eure Kommentare und Stories darauf aufmerksam gemacht, dass auf einem Produktbild in unserem Online Shop eine rassistische Äußerung abgebildet war. Von dieser Äußerung möchten wir uns hiermit als Limango-Team und im Namen unseres Managements in aller Form distanzieren und entschuldigen.“

Das Statement des Unternehmens Limango auf Instagram.

Das Produktbild habe man nicht selbst produziert, sondern von Dritten übernommen. Es sei in der Qualitäts- und Inhaltsprüfung entgegen den Richtlinien Limangos nicht ausreichend überprüft worden. „So etwas darf nicht passieren. Wir haben das Produkt aus unserem Verkauf genommen und werden das Gespräch mit unserem Markenpartner suchen. Wir möchten klarstellen, dass wir bei #limango eine bunte Familie sind, in der es keinen Platz für Rassismus, Geschlechterungleichheit oder jegliche Form der Diskriminierung gibt.“

Viele User weiterhin empört

Das geht vielen aber nicht weit genug. So schreibt Userin missfunck: „Ihr solltet euch schämen!! So etwas kann man nicht übersehen!“ und glorianniestrella meint: „Es geht nicht darum, sich zu distanzieren, es geht darum, zum letzten verdammten Mal, sich mit dem ganzen Thema auseinanderzusetzen.“

Urheberin ist bekannte Künstlerin

Das Original-Kunstwerk stammt von der New Yorkerin Kara Walker, misst gerade einmal 3×4 cm und wurde bereits in Tokyo und Paris ausgestellt. Die afroamerikanische Künstlerin verarbeitet in ihren Werken vor allem die Geschichte der amerikanischen Sklaverei, Rassismus und Ungleichheit.

Kara Walker ist für ihre Scherenschnitte bekannt. Sie thematisiert vor allem das Thema Sklaverei.

In der Limango-Werbung für Bettwäsche wurde ihre Kunst komplett aus dem Zusammenhang gerissen. So ist es zu bezweifeln, dass Walker von der Verfielfältigung ihrer Kunst wusste. Geäußert hat sich die 50-Jährige bisher aber nicht.

Limango ist Teil der Otto Group

Limango hat laut eigenen Aussagen 8 Millionen Mitglieder und 1,7 Millionen Kunden in Europa. Seit 2009 ist der Online-Shop Teil der Otto Group und beschäftigt aktuell 322 Mitarbeiter. Auf Limango.de ist der Link zu der Bettwäsche und dem rassistischen Bild nicht mehr abrufbar. Auf der türkischen Seite soll sie aber laut Twitter-Usern bis vor kurzem zum Kauf angeboten worden sein. Jetzt ist die komplette Website nicht mehr zu erreichen

Mehr zum Thema gefällig?

Auch Crossfit steht unter Rassismus-Verdacht. Gründer Greg Glassman hat auf Twitter über den toten Afroamerikaner George Floyd gescherzt. Das hat Konsequenzen.

Du denkst du bist nicht rassistisch? Dann solltest du diesen Erfahrungsbericht über Rassismus in Deutschland lesen. Er wird dir die Augen öffnen!