Die Organisation „Liebe wen du willst“ engagiert sich eigentlich gegen Mobbing und gegen die Diskriminierung von queeren Menschen, besonders Jugendlichen. Auf Social Media haben sie jedoch für einen Mega-Shitstorm kassiert, das sie Neopronomen kritisiert haben und somit Trans-Personen diskriminieren. Nun steht die LGBTQ-Organisation aus komplett anderen Gründen noch mehr in der Kritik.

Darum wird vor dieser LGBTQ-Organisation gewarnt

Eigentlich gehört die Organisation „Liebe wen du willst“ zu der queeren Community und engagiert sich für Aufklärungsprojekte und hat auch eine Notfallhotline für Jugendliche. In einem TikTok-Video kritisierte jedoch Gründer Steve Hildebrandt Neopronomen und machte sich über sie lustig. Er reagierte so auf ein Video des Creators @dimixoo welcher das Neopronomen xier/xiem erklärte. Das Video von „Liebe wen du willst“ wurde inzwischen gelöscht.

Hier erfährst du, welche Neopronomen es gibt und warum sie so wichtig sind.

Besonders für trans- bzw. nicht-binäre Personen sind Neopronomen unglaublich wichtig, da sie sich nicht mit männlichen oder weiblichen Personen identifizieren. Mit Neopronomen fühlen sie sich zugehörig und können sich besser identifizieren. In einem Statement erklärt @dimixoo, weswegen die getroffenen Aussagen problematisch sind.

@dimxoo

Mein Statement zu dem Video von LWDW. Was sind deine Gedanken dazu?? #queer #xierxiem #aufklärung #pronomen #lgbtqia

♬ original sound – Dimi

In einem späteren Livestream der Organisation kam auch die Kritik an dem Video zu den Neopronomen zur Sprache. Hierbei wurden Kritiker:innen der Organisation von den Vorstandsmitgliedern ausgelacht, eine zugeschaltete nicht-binäre Person wurde rausgeworfen.

Das wird nun dem Gründer der Organisation vorgeworfen

Die Community hat ebenfalls auf das Statement reagiert. Viele queere Creator:innen kritisierten die Organisation für ihren Umgang unter dem Video.

So zum Beispiel Podcasterin des „Busenfreundin“ Podcasts Ricarda Hofmann: „Wow, so viel Unprofessionalität und Empathielosigkeit hab‘ ich lange nicht gesehen. Unverständnis auf allen Ebenen.“.

Die Creatorin @FrauLöwenherz hat die LGBTQ-Organisation kritisiert. Sie hat bei genauerer Recherche ähnliche Erkenntnisse herausgefunden. Nicht nur das: Der Gründer der Organisation, Steve Hildebrandt (37) ist mit einem anderen Mitglied aus der Organisation zusammen, welches 18 ist. In den Livestream hat er wohl einen minderjährigen Jugendlichen ebenfalls zu sich und seinem Freund nach Hause eingeladen.

Der Podcaster und Gewinner der ersten Staffel von „Prince Charming“ sieht die Organisation ebenfalls als problematisch an. Er machte in einem Video auf Instagram namens „Es reicht“ auf Missstände innerhalb der Organisation aufmerksam. Zum Beispiel, dass das Notfalltelefon für queere Jugendliche von „Liebe wen du willst“ von einem 17-Jährigen geleitet wird anstatt von einer Fachkraft. Daher sieht er und andere Kritiker die Organisation als gefährlich für Jugendliche an.

Der Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann äußerte sich auf Twitter zu den Vorwürfen und rät Jugendlichen von der Organisation ab.

Firmen, die bis vor kurzem mit der Organisation zusammengearbeitet haben, werden nun ebenfalls auf die Vorfälle aufmerksam. Die Berliner Polizei erklärte dazu am Dienstag: „Der Fachbereich LSBTI unseres LKA hat seit 2020 keine gemeinsame Präventionsarbeit mit dem Verein durchgeführt. Die aktuellen Vorwürfe fließen in unsere Prüfung ein, solange ruht die Zusammenarbeit mit, Liebe wen du willst e.V.‘.“

Die UHLALA Group, Veranstalter der Sticks and Stones Karrieremesse haben auf Instagram sich von den getroffenen Aussagen distanziert.

Auch die BVG und andere Organisationen haben sich inzwischen von der Organisation distanziert.

So reagiert die Organisation

In einem Statement verteidigt einer der Vorstandsmitglieder auf einem bereits gelöschten Video die Beziehung zu Steve Hildebrandt und seinem Freund, da dieser eingewilligt hat bei ihm zu wohnen.

Zudem teilte die Organisation vorher auf ihrem TikTok Account eine Entschuldigung an die Community in Bezug auf die Anschuldigungen der Neopronomen. In einem weiterem Statement sprechen sie sich trotzdem deutlich gegen Neopronomen aus. Sie verteidigten sich ebenfalls auf ihrer Webseite. Sie möchten ebenfalls mehrere Menschen anzeigen, darunter Frau Löwenherz, Lars Tönsfeuerborn, TikTokerin mental.health.miriam, die Bild-Zeitung Abteilung Queer.Bild, der Queerbeauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann und der YouTuber Drama Detective. Die Kommentare sind derzeit überall deaktiviert und viele Antwort-Videos wurden wieder gelöscht.

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