Veröffentlicht inBuzz

Sexuelle Belästigung im ÖPNV: Eine Frau gibt Tipps, wie man es vermeiden kann

Für viele Frauen gehört sexuelle Belästigung in Bus und Bahn leider zum Alltag dazu. Wir haben uns das mal genauer angeschaut.

Wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, schaut man des Öfteren über seine Schulter. Foto: Erica Shires via Getty

Für viele von uns ist der öffentliche Nahverkehr die einzige Möglichkeit, schnell von A nach B zu kommen. Gerade für Frauen heißt das aber auch, dass die Gefahr besteht, im Bus oder der Bahn sexuell Belästigt zu werden. Alleine in Berlin hat die Polizei im vergangenen Jahr 403 Sexualdelikte im ÖPNV gezählt. Allerdings ist Berlin da kein Einzelfall, denn in so gut wie jeder Großstadt berichten Frauen von sexueller Belästigung im Bus oder der Bahn. Eine New Yorkerin hat aus diesem Grund einen Blogpost geschrieben, mit Tipps, wie man diesen vermeiden kann.

Triggerwarnung: In diesem Artikel geht es unter anderem um sexualisierte Gewalt. Solltest du dich durch sexuelle Übergriffe getriggert fühlen, lies bitte nicht weiter, oder nimm eine Vertrauensperson zur Hilfe. Geht es dir nicht gut? Dann findest du unter dieser Nummer 24/7 eine professionelle Beratung: 08000 116 016.

Eine Frau schreibt, wie man sich gegen Belästigung im Bus wehren kann

Die Journalistin Natasha Noman hat vor ein paar Jahren einen Artikel für das Magazin Mic geschrieben, in dem sie ein paar Tipps gegen sexuelle Belästigung in Bus und Bahn gibt. Ihre sieben Tipps befassen sich auf das New Yorker U-Bahn System, dennoch können wir uns auch im deutschsprachigen Bereich einige davon abgucken.

1. Installation von einem Alarmsystem, um die Schaffner:in an Bord zu alarmieren

Dieser Tipp ist sehr sinnig, fast so wie ein Notfallknopf. Jeder Wagen sollte mit Alarmen ausgestattet sein – ein Knopf oder ein Hebel, der heimlich betätigt werden kann -, die die Schaffner:in auf ein Problem in einem bestimmten Wagen aufmerksam machen. Daraufhin sollte der oder die Täterin entfernt werden.

2. Schulungen für Mitarbeiter:innen des öffentlichen Nahverkehrs

Die Angestellten sollten eine Schulung erhalten, die ihnen das Können gibt, gegen sexuelle Belästigung in Bus oder Bahn einzugreifen. Das gibt die Sicherheit, dass sie wissen, dass das Personal weiß, wie es sich verhalten muss, wenn eine Frau sexuell belästigt wird.

Dieser Artikel gefällt dir?
Catcalling: So viel kostet dich Belästigung auf der Straße
Nutze diesen Satz, wenn dir das nächste Mal sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz widerfährt
Catcalls im Alltag: Eine Frau zeigt, was wir täglich auf der Straße durchmachen müssen

Frauen berichten von Erfahrungen mit sexueller Belästigung in Bus und Bahn

Das Magazin tyla hat es sich zur Aufgabe gemacht, die schlimmen Erfahrungen von etlichen Frauen zu teilen, die schon mal Opfer von sexueller Belästigung in Bus und Bahn wurden. Alleine die Antwort einer Frau schockiert auf der einen Seite und ist auf der anderen Seite die volle Wahrheit: „Ich meine, wer wurde nicht schon mal sexuell belästigt?“

Eine andere Frau sagte aus, dass Männer ihr schon mehr als einmal in den Po gekniffen haben oder diesen berührt haben, während sie in öffentlichen Verkehrsmitteln gestanden hat. „Und als ich mich dann von ihm wegbewegte, folgte er mir und als ich ausgestiegen bin, hat er auch versucht mir zu folgen, bis ich mich umgedreht und geschrien habe.“

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Spotify, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden.

In unserem Podcast sprechen Mona, Njema und Lisa über Selbstverteidigung.

„Er hätte auch auf meinem Schoß sitzen können“

Auch im Sitzen kann allerdings einiges passieren. Eine Frau erzählte tyla, dass Männer manchmal so nahe an sie heranrückten, dass sie beinahe auf ihrem Schoß saßen. Für einige Frauen ist es auch schon Standard, dass Männer sich direkt neben sie setzen und mit ihren Händen oder Knien sie unauffällig berühren. All das, obwohl andere Sitze auch frei wären.

Leider sind diese Geschichten nicht mehr überraschend. Eine Studie von YouGov fand im letzten Jahr heraus, dass mehr als die Hälfte der Frauen in London schon sexuelle Belästigung in Bus und Bahn erfuhren. Das Schlimme: 90 Prozent dieser unerwünschten Handlungen werden nicht zur Anzeige gebracht, sondern einfach als gegeben hingenommen.

Sexuelle Belästigung in Bus und Bahn ist leider an der Tagesordnung

Viele Frauen trauen sich nicht zur Polizei zu gehen, weil sie dieses Verhalten von meistens männlichen Personen als ‚normal‘ hinnehmen. Doch nur weil viele Frauen unter sexueller Belästigung leiden müssen, ist es noch lange nicht normal. Unsere weekly heroine Julia von @trinksaufmich hat einige Tipps, wie man sich gegen Catcalling und sexuelle Belästigung wehren kann. Außerdem solltest du diesen Life Hack gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kennen.