Musiker Rio Reiser (1950-1996) verstarb vor gut 25 Jahren mit gerade einmal 46 Jahren in Nordfriesland durch Krampfadern in der Speiseröhre. Die deutsche Hauptstadt wird seine Verdienste als Künstler nun auf besondere Weise würdigen – mit einem Ehrengrab.

Wie unter anderem mehrere Berliner Medien berichten, gab der Senat die Entscheidung nach seiner Sitzung am Dienstag (6. Juli) bekannt. Neben Reiser erhalten neun weitere Persönlichkeiten Ehrengräber. 53 bereits bestehende werden für weitere 20 Jahre von der Stadt finanziert, unter anderem das des berühmten Dramatikers Bertolt Brecht (1898-1956).

Rio Reiser liegt im Stadtteil Schöneberg begraben

Die Einstufung einer letzten Ruhestätte als Ehrengrab kann frühestens fünf Jahre nach dem Tod erfolgen. Anschließend kümmert sich das Bezirksamt in der Regel 20 Jahre lang um die Pflege und trägt die Kosten. Rio Reisers Grab befindet sich seit geraumer Zeit auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof im Stadtteil Schöneberg, war jedoch erst dorthin überführt worden, nachdem sein privater Landsitz von den Erben verkauft wurde. Auf dem Geländer des „Rio-Reiser-Hauses“ im Kreis Nordfriesland, das zur Pilgerstätte für seine Fans wurde, war der Musiker ursprünglich beigesetzt worden.

Reiser, der mit bürgerlichem Namen Ralph Christian Möbius hieß, war unter anderem mit der Band Ton Steine Scherben berühmt geworden, deren Kopf er zwischen 1970 und 1985 war. Später feierte er auch als Solokünstler Erfolge – unter anderem mit dem Titel „Junimond“.

(wag/spot)