Karl Lauterbach ist sich sicher, dass eine Impfpflicht dazu führt, dass die Ungeimpften und die Impfskeptiker sich freiwillig werden impfen lassen. Diese Annahme klingt erst einmal absurd, denn die Wörter „Pflicht“ und „freiwillig“ passe nicht zusammen. Wir zeigen, was es mit der Aussage auf sich hat.

Karl Lauterbach: Die Impfpflicht muss sein

Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie sind an einem Tag mehr als 100.000 infizierte Menschen registriert worden. Das soll laut der Tagesschau vor allem an der hochansteckenden Omikron-Variante liegen. Sie berichtete am 19.01.2021, dass die tatsächlichen Zahlen sogar noch höhere liegen könnten, da viele Menschen, die mit Omikron infiziert sind, oft keine Symptome haben.

Politik und Regierung sprechen sich also weiterhin für die Impfpflicht aus, um auch Ungeimpfte so schnell wie möglich weniger gefährlich für und weniger gefährdet durch die Allgemeinheit zu machen.

Ärztinnen und Ärzte sind um ihre Patient:innen besorgt

Kassenärzt:innen sind darüber aber besorgt. Sie sehen das Verhältnis zwischen den Ärzt:innen und den Patient:innen gefährdet. Dadurch, dass Patient:innen die Praxen der Ärzt:innen nur noch durch Zwang aufsuchen würden, könne es zu Unmut kommen.

Karl Lauterbach vom Gesundheitsministerium sieht das ganz anders. Es solle keinen Zwang zwischen Ärzt:innen und Patient:innen geben. Er sagte:

„Ich glaube, dass Ärzte jeden impfen sollten. Derjenige, der geimpft werden will, weil er der Impfpflicht nachkommt und denjenigen, der sich ganz freiwillig impfen lassen will. Es wird ja niemand gegen seinen Willen geimpft. Selbst die Impfpflicht führt ja dazu, dass man sich am Schluss freiwillig impfen lässt.“

Ist die Impfpflicht wirklich freiwillig?

Karl Lauterbach, der Bundesgesundheitsminister, hat hier ein empfindliches Thema angesprochen. Eine Impfpflicht ist kein Impfzwang und somit ist sie selbst dann freiwillig, wenn sie deutschlandweit ausgerollt wird. Ungeimpfte müssen sich nicht impfen lassen, allerdings haben sie mit harten Repressionen und sogar Strafen zu rechnen, wenn sie als Ungeimpfte am täglichen Leben teilnehmen.

Wir haben in diesem Artikel gezeigt, welche Möglichkeiten Ungeimpfte nutzen, um trotz der Verbote am Leben teilzunehmen.

Karl Lauterbach sieht schwarz für die nächsten Coronatage.
Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht wegen des Coronavirus schwarz für die nächsten Tage. Foto: imago images/Political-Moments /

Weitere Beschlüsse in Deutschland

Zu Beginn des Jahres 2022 gab es bereits neue Beschlüsse, die die Coronapandemie für die Menschen erträglicher machen sollen.

1. Neue Quarantäne-Regelungen

„Es wird auf jeden Fall neue Beschlüsse geben, weil wir uns Gedanken darüber machen müssen, wie wir die Quarantäne-Verordnung verändern.“ So erklärt es der Gesundheitsminister Karl Lauterbach im Gespräch mit ntv. Die Quarantäne-Regelungen seiten jetzt zu umfassend. „Wir denken in der Tat über verkürzte Quarantäne- und Isolationszeiten nach.“ sagte er weiterhin dem ZDF. Diese Regelungen sind vor allem für Menschen wichtig, die in einem kritischen Job wie einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus arbeiten.

2. Neue Kontaktbeschränkungen

Bisher gelten in Deutschland Kontaktbeschränkungen von bis zu 10 Personen in einem Haushalt. Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen. Doch das reicht bei weitem nicht, so Lauterbach. Der Grund: Eine Durchseuchung könne man sich in Deutschland bei der Masse der Ungeimpften nicht leisten. Es würden einfach zu viele Menschen sterben. Stattdessen wird es wohl schärfere Kontaktbeschränkungen geben. Wie genau diese aussehen werden, wird am kommenden Freitag entschieden.

3. Die Impfpflicht

Karl Lauterbach spricht sich stark für eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland aus und will bereits jetzt die wichtigsten Verträge in die Wege leiten. Er erklärte, dass diese in „wenigen Wochen“ vorlägen und dass er nicht leichtfertig mit dieser „hoch ethischen“ Entscheidung umgehe.

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