Es wird ab dem Jahr 2022 eine interessante neue Regel an den Kassen der gängigen Supermärkte geben. Schon im Juni dieses Jahres wurde endgültig beschlossen, dass Aldi und Co. sich nun den Gesetzen anpassen müssen und eine neue Regel einführen müssen. Es wird sich einiges in den deutschen Supermärkten ändern: Wir bekommen im neuen Jahr ein neues Pfandsystem.

Schon seit Jahren setzen Lidl, Aldi und Co. auf neue nachhaltigere Geschäftskonzepte und innovative Lösungsansätze für alte Probleme. Dabei geht es vor allem darum, Verpackungsmüll einzusparen und den Fleischkonsum der Bevölkerung so weit wie möglich zu drosseln. Mit der neuen Pfandregel im Supermarkt gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

Du liebst Frucht- und Gemüsesäfte, trinkst für dein Leben gerne Obstschorlen und nimmst auch mal einen gepflegt großen Schluck aus der (Hafer-)Milchflasche? Dann werden sich für dich ein paar Dinge in den nächsten Monaten ändern.

Neuer Pfand in Deutschland: 3 Dinge ändern sich

Drei wichtige Dinge werden sich im nächsten Jahr ändern. Es wird ein bisschen teurer, es bedeutet mehr Arbeit für die Kund:innen und es könnte sogar ein kleines bisschen ekelig werden. ABER viel wichtiger: Es wird der Umwelt zugute kommen.

Wusstest du, dass… Pfand richtig nachhaltig ist? Eine normale Plastikflasche kann so bis zu 50 Mal wiederverwendet werden. Eine PET-Plastikflasche wird ebenfalls wiederverwendet. Sie werden einfach gut durchgewaschen und noch einmal befüllt. Dünne Plastikfalschen können auch wiederfverwendet werden. Diese werden allerdings zunächst zerschrotet und danach erst wieder zu Plastikflaschen verarbeitet.

So funktioniert Pfand in Deutschland

Deutschland hat vor 18 Jahren den Flaschen- und Dosenpfand eingeführt. Bei der Kasse werden 25 Cent auf Plastikflaschen, 8 Cent auf Bierflaschen und ebenfalls 25 Cent auf Dosen draufgeschlagen. Das Geld wird uns erstattet, wenn wir die leeren Behältnisse zurück in den Laden bringen.

Das deutsche Pfandsystem sorgt dafür, dass die Materialien wiederverwendet werden können und dafür, dass die Straßen einigermaßen sauber bleiben. Ein weiterer Nebeneffekt: Als „Flaschensammler:in“ verdienen sich viele Menschen hier und da etwas dazu.

Übrigens: Wusstest du, dass Deutschland nicht das einzige Land mit einem Flaschenpfand ist? Auch Österreich, Schweiz, Kroatien, Schweden, Norwegen, Estland, die Niederlande und Dänemark haben ähnliche Systeme.

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An der Supermarktkasse: Diese neue Regel könnte echt ekelhaft enden. Credit: IMAGO / photosteinmaurer.com

Das Pfandsystem wird ausgeweitet

Ab dem Jahr 2022 soll es Pfand auf noch viel mehr Flaschen geben, das hat das Bundesumweltministerium beschlossen. Auch Milch, Frucht- und Gemüsesäfte, Apfelweine oder Mischgetränke mit Alkohol sollen bald von der Einwegpfand-Regelung betroffen sein.

Der große Unterschied ist, dass zuvor die Art des Getränks über Pfand oder nicht Pfand entschied. Ab 2022 soll das Material der Verpackung darüber entscheiden.

Hier werden 25 Cent Pfand ab 2022 fällig:

  • Supermärkte: Aldi, Lidl, Rewe und Co.
  • Großhersteller wie Coca-Cola oder Eckes-Granini
  • Smoothies, Frischsäfte
  • alkoholische Mischgetränke
  • Milchflaschen

Ein bisschen teurer bei Aldi, Lidl und Co. einkaufen

Das wird erst einmal ein wenig teurer für die Verbrauchenden. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir auf die meisten Verpackungen bald 25 Cent mehr zahlen müssen. Diese bekommen wir aber dann an der Kasse wieder zurück.

Das große Problem: Die Milch

Die meisten Produkte lassen sich ohne weiteres mit Pfand belegen. Das große Problem liegt aber bei den Milchprodukten. Kaffee-Spezialitäten mit Milch, Milchtüten oder auch Kakaoprodukte sollen auch bald mit einem Rückgabepfandsystem versehen werden. Allerdings ist hier nicht klar, wie die Rückgabe erfolgen soll.

Ein bisschen eklig könnte es werden

Milchprodukte schimmeln nämlich und das erzeugt nicht nur ekelhafte Gerüche, sondern auch noch gesundheitsschädliche Bakterien. Wie gerade im Sommer die Hygiene erhalten bleiben soll, ist dem Bundesumweltministerium noch unklar. Je länger die Milchflaschen in den Wohnungen liegen, desto gefährlicher wird es für Konsument:innen wie auch für die Verkäufer:innen. Eine Idee ist, dass die Verbraucher:innen dazu aufgefordert werden, die Tüten nach dem Leeren auszuspülen. Jedoch ist fraglich, ob das umgesetzt wird.

Mehr Arbeit für die Kund:innen

Für uns als Kund:innen bedeutet das vor allem eines: Mehr Arbeit. Bis jetzt konnten wir unsere Milchflascheen noch ungeniert wegwerfen und mussten uns nicht darum kümmern, dass sie ordentlich und sauber sind, bevor wir sie wegtun. Das wird sich nun ändern müssen, denn wenn wir nicht wollen, dass die Milchflaschene in unserem Hausflur anfangen zu gammeln und stinken, müssen wir sie wohl oder übel einmal durchspülen.

Für einen nachhaltigeren Umgang mit der Umwelt sollten wir uns als Verbrauchende aber eher darüber freuen, dass Aldi und Co. diese neue Regel einführen. Immerhin haben wir eine Verantwortung dem Planeten gegenüber.

Was passiert im Jahr 2024?

Jetzt, wo wir einmal damit angefangen haben, das Material über dene Pfand entscheiden zu lassen, hören wir damit auch nicht mehr auf. Ab dem Jahr 2024 gilt der Pfand nicht mehr nur für Plastik- und Glasflaschen. Auch Tetra-Packs und andere Tüten könnten ab diesem Jahr mit Pfand belegt werden. Das soll dazu beitragen, dass mehr Flaschen zurückgegeben werden. Einweg- und Mehrwegverpackungen zusammengenommen liegt bei 99 Prozent Rückgabequote. so sagt eine Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC für die Deutsche Umwelthilfe.

Softgetränke, Säfte und Milch werden nun auch mit Pfand bedacht.

Wie geht man am besten mit den Milchflaschen um?

Die Leser:innen von wmn haben sich bereits die Frage gestellt, wie man am besten mit den Milchflaschen umgehen sollte. Sie nach der Nutzung auszuwaschen ist nur eine von mehreren Lösungsansätzen. Hier kam allerdings die Kritik auf, dass es Wasserverschwendung sei, die Milchflaschen zu waschen. Kaltes Wasser ist in Deutschland allerdings keine Mangelware. Noch nicht. Es kann nämlich durchaus sein, dass es in Zukunft auch in Deutschland eine Wasserknappheit geben wird. Eine andere nachhaltigere Methode wäre es, die Milchflaschen direkt nach dem Leeren zurück in den Supermarkt zu bringen. Das erfordert nichts weiter als ein wenig Disziplin.

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