Aldi steht momentan wirklich nicht gut dar. Vor wenigen Wochen wurden sie im großen Stil von einer Französin auf Schadensersatz verklagt, da sie von dem Konzern schlecht behandelt wurde. Erst diese Woche gab es einen weiteren Eklat um den Discounter: Ein Filialleiter wurde in Neukölln wegen rassistischer Anfeindungen gefeuert.

In diesem Artikel geht es um die rigorosen Nazi-Methoden des Discounters.

Das sogenannte Harzburger-Modell soll zur Mitarbeitendenmotivation beitragen. Aus diesem Grund nutzt es die Geschäftsführung von Aldi, um seine Mitarbeiter:innen hörig und gefügig zu machen. Das System stammt noch aus der Nazi-Zeit. Wir zeigen euch, was so problematisch ist am Habsburger Modell und welche Präzedenzfälle es bereits gibt.

Aldi, Lidl und Co. sind nicht unbedingt dafür bekannt, dass sie ihre Mitarbeitenden auf goldene Kissen betten und ihnen die Sterne vom Himmel holen. Wie schwierig die Arbeitsbedingungen allerdings wirklich bei dem Discounter sind, ist nun ans Tageslicht gekommen. Aldi nutzt nämlich ein Modell aus der Nazizeit, um seine Mitarbeiter zu führen.

Frankreich: Aldi hat sein Fett weg bekommen

Es ist noch nicht lange her, dass eine ehemalige Mitarbeiterin von Aldi Recht auf Schadensersatz zugesprochen bekommen hat: 32.000 € hat die Französin bekommen. Warum? „Drangsalierung durch Vorgesetzte und spätere Entlassung. Das hatte der Spiegel vor wenigen Wochen berichtet.

Aldi steht in Frankreich in keinem guten Licht mehr da. Hier soll gemobbt werden, was das Zeug hält. Außerdem glänzen Vorgesetzte vor allem damit, ihre Mitarbeitenden unter Druck zu setzen, sie zu drangsalieren und ihnen Verantwortlichkeiten komplett abzusprechen. Der Spiegel berichtete von „höllischer und inhumaner“ Arbeitsbelastung.

Dieser Führungsstil hat seinen Namen von den Nazis

Schon im Nationalsozialismus hat es diese Art des Führungsstils gegeben. Dort hat er sogar einen Namen bekommen. Das sogenannte „Harzburger Modell“ ist ein Führungsstil, der schon gut 65 Jahre alt ist.

Was bedeutet das Harzburger Modell?

Nachdem der Zweite Weltkrieg vorbei war, hatten die Ideologen noch lange nicht mit ihrer Ideologie abgeschlossen. Reinhard Höhn gründete 1956 die Akademie für Führungskräfte in Bad Harzburg.

Hier waren Unternehmen wie Bayer oder BMW vertraten. Auch die Bundeswehr und Aldi ließen ihre Führungskräfte hier ausbilden. Noch bis zum Jahr 2008, so der Spiegel, gab es ein Handbuch für Führungskräfte des Discounters, das auf den Ideen des Harzburger Modell beruht.

Das Modell ist sehr hierarchisch aufgebaut: Die Chef:innen delegieren die Aufgaben für Mitarbeitende. Diese haben nicht zu denken, sondern lediglich die Aufgaben zu erfüllen.

Darum gehts: Management by objectives

Die Nazigröße Reinhard Höhn, so nennt ihn der Business Insider, war einer der wichtigsten Rechtstheoretiker der Nazizeit. Er machte sich seinerzeit einige Gedanken darüber, wie man als SS-Oberführer die Menschen unter seinen Scheffel stellt.

Dabei hat Höhn auf ein US-amerikanisches Modell gesetzt und es auf Deutschland gemünzt. Die Variante von Peter Drucker heißt „Management by objectives“, auf DeutschFührung /Führen durch Zielvereinbarung. Dieses Modell nutzt Zielvorgaben, die nach der SMART-Methode gefunden werden.

  • S – spezifisch (konkrete Kriterien),
  • M – messbar (klare Vorgaben),
  • A – aktiv beeinflussbar (erreichbar, umsetzbar),
  • R – relevant (motivierend, nachvollziehbar, realistisch, wichtig) und
  • T – terminiert (klares Zeitlimit)

Anhand dieses Modells lässt sich erkennen, dass Mitarbeitenden, die mit diesem Modell arbeiten, nur wenig Freiraum für Eigenverantwortung gelassen wird.

Motivation geht auch anders! Im „Wein & Weiber“-Podcast zeigen wir dir, wie wir es machen.

Supermärkte gar nicht so super

Mal wieder sieht man, dass selbst im modernen Europa immer mal wieder Altlasten hochkommen, die sich nur sehr langsam aus den Köpfen der Menschen verscheuchen lassen. Dass die Aldi-Mitarbeiterin aus Frankreich Recht und Schadensersatz bekommen hat, ist ein guter Anfang, sich in die richtige Richtung zu bewegen.

Deutsche Supermärkte haben eine Maschine erfunden, die den Menschen das Geld aus der Tasche zieht: So funktioniert es.

Wenn ihr noch einmal nachlesen wollt, wie in einer deutschen Aldi-Filiale ein Schwarzer Mann unbegründet angefeindet wurde, kommst du hier an die Infos.

Das waren übrigens die größten Rassisten der Geschichte, die noch heute großes Ansehen genießen.