Egal, ob jung oder alt, krank oder gesund – die Corona-Pandemie hat uns alle hart getroffen. Sie hat Spuren hinterlassen. Politisch. Wirtschaftlich. Und sozial. Und viele fragen sich zurecht, welche Lehren wir aus der Corona-Krise ziehen können. Wie können wir uns besser auf die nächste Pandemie vorbereiten? Ideen, wie wir das Gesundheitswesen stärken können, wurden gestern auf dem digitalen Ärztekongress vorgestellt.

Nächste Pandemie: Nicht ohne die Arbeit von Ärzt:innen und Pfleger:innen!

Bevor der Kongress losging, wandte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Videobotschaft an die Ärzt:innen und Pflegekräfte und lobte ihre Leistung in der Corona-Pandemie. Dabei betonte sie, dass das Gesundheitswesen „auf eine harte Probe“ gestellt worden sei. „Deshalb müssen wir alles daran setzen, für gute Berufsbedingungen im medizinischen Bereich zu sorgen, auch des Pflegepersonals.“

Angela Merkel in Farbe bekennen
Angela Merkel wandte sich mit einer Videobotschaft an die Ärzt:innen. Foto: Screenshot ARD/Farbe bekennen / Screenshot ARD/Farbe bekennen

Zustimmung bekam sie dafür von Dr. Klaus Reinhardt, dem Bundesärztekammerpräsident: „Eine der wichtigsten Lehren aus der Pandemie muss sein, leistungsstarke Strukturen unseres Gesundheitswesens zu sichern, statt sie auszudünnen und auf reine Kosteneffizienz zu trimmen.“

Damit machte Reinhardt auf eine Situation aufmerksam, die nicht nur die Ärztinnen und Pfleger:innen, sondern alle von uns deutlich zu spüren bekamen. Nämlich die schlechte Ausrüstung der Gesundheitsämter, die bei der Kontaktverfolgung hinterherhinken. Dass trotz Personalmangel und schlechter technischer Ausstattung gute Arbeit geleistet wird, liegt laut Reinhardt vor allem an dem hohen Engagement der Mitarbeitenden.

Was Deutschland tun muss, um die nächste Pandemie gut zu überstehen

Auf dem Kongress forderte der Bundesärztekammerpräsident deshalb, dass der öffentliche Gesundheitsdienst, zu dem auch das Robert-Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium gehören, nicht nur personell, sondern auch technisch aufgerüstet werden. Damit soll sicher gestellt werden, dass in Zukunft die Kontaktnachverfolgung besser funktioniert. Auch die einzelnen Gesundheitsämter sollen zentral koordiniert und die Kliniken ausreichend finanziert werden.

Vor der Situation in den Kliniken warnten Expert:innen auch schon vor der Pandemie, denn viele Ärzt:innen und Pflegekräfte sind schon länger überlastet. „Nur hat das vorher niemand ernsthaft zur Kenntnis nehmen wollen“, weiß Reinhardt. Ob das in Zukunft anders wird? Das bleibt abzuwarten.

Eine positive Sache könnte bleibem

Weitere Forderungen der Ärzt:innen waren auch, dass die Pandemiepläne in Zukunft auf allen Ebenen des Staates ständig aktualisiert werden und Deutschland Reserven mit wichtigen Medikamenten und Medizinprodukten anlegt. Die Herstellung von Arzneimitteln und Produkten wie Schutzbrillen, Masken und Kittel soll deshalb auch verstärkt in europäischen Ländern stattfinden.

Doch neben all den strukturellen Problemen, die durch die Corona-Krise deutlich wurden, könnte uns die Krise auch eine kleine Chance der Zukunft aufzeigen. Etwa, dass nicht mehr jeder Arzttermin vor Ort stattfinden muss, sondern durch Telemedizin und Videosprechstunden ergänzt werden kann. Zugute kommen würde das nicht nur den alten Menschen, sondern auch denjenigen, die nicht in der Nähe von Ärzt:innen wohnen. Außerdem sänke das natürlich auch die Ansteckung in Warteräumen von Arztpraxen.

Übrigens: Wir haben uns auch schon mit dem Thema beschäftigt, wie wir weitere Pandemien überhaupt verhindern können. Unsere Lösung? Liest du hier. Außerdem erfährst du hier, wieso es Länder wie Taiwan geschafft haben, schnell auf die Pandemie zu reagieren und was wir von ihnen lernen können.