Mansplaining auf Twitter
Twitter: Mansplain-Erfahrungen at its best Foto: canva/ shutterstock / canva/ shutterstock

Wenn Männer Frauen die Welt erklären – und das ungefragt. Oder wenn sie selbst keine Ahnung von dem Thema haben, über das sie da so fachsimpeln. So in etwa könnte man den Begriff Mansplaining beschreiben. Er setzt sich aus den englischen Worten „man“ und „explaining“ zusammen und wurde jüngst auf Twitter zum Thema.

Denn die Userin Paanthao hat ihre Follower gefragt: „Was war eure absurdeste #Mansplaining-Erfahrung?“ und hat zahlreiche Antworten bekommen. Bevor wir euch die absurdesten und überraschendsten Antworten vorstellen, gehen wir aber noch einmal auf den Begriff Mansplaining ein.

Mansplaining: Es ist doch okay, wenn Männer Frauen etwas erklären. Oder etwa doch nicht?

Der Begriff Mansplaining ist entstanden, nachdem die Autorin Rebecca Solnit im Jahr 2008 in der Los Angeles Times ein Essay mit dem Titel „Men Explain Things to Me“ veröffentlicht hat und damit eine Definition für den Begriff geliefert hat. Seitdem wird das Wort Mansplaining immer wieder benutzt. Vor allem für Erfahrungsberichte, in denen Frauen davon berichten, wie Männer ihnen Dinge (ungefragt) erklären. 

Der Begriff wird vor allem als Teil vom Patriarchat angesehen. Als Teil einer Welt, in der Frauen lange keinen Zugang zu Bildung hatten; Einer Gesellschaft, in der Männer tendenziell viel wichtigere Positionen besetzen als Frauen. Und in der Frauen nur einen kleinen Teil der Wissenschaftler ausmachen, da beispielsweise an den Universitäten 80 % der Professoren männlich sind.

Ein Kerngedanke von Mansplaining ist nicht etwa, dass ein Mann einer Frau nichts erklären darf. Sondern dass ein Mann dies vor allem ungefragt oder sogar gegen den Willen der Frau tut. Dass er nicht daran interessiert ist, das Wissen untereinander gleichberechtigt auszutauschen, sondern es um eine Art Besserwisserei geht. 

Und: Dass er der Frau die Welt erklärt, selbst wenn er eigentlich viel weniger Ahnung von der Materie hat als die Frau.

Nun sprechen Frauen auf Twitter über Mansplaining

Soweit zur Begrifflichkeit. Nun kommen wir zu den persönlichen Erfahrungen von Frauen und zurück zum Tweet. Wir haben uns die Erfahrungsberichte der Frauen angeschaut und euch die überraschendsten und komischsten Tweets auf die Frage „Was war eure absurdeste Mansplaining-Erfahrung“ herausgesucht.

Hier fragt Paanthao nach den absurdesten Mansplaing-Erfahrungen

 

Mansplaining auf der Arbeit

Mansplaining in der Freizeit

 

Mansplaining beim Daten

 

Mansplaining in der Sprache

 

Mansplaining im Supermarkt

 

Mansplaining im Zug

Es gibt noch zig weitere Tweets über Mansplaining

Auch im englischsprachigen Raum ist kurz zuvor eine Diskussion über Mansplaining entfacht. Denn dort hat eine Userin ebenfalls nach den Mansplaining-Erlebnisssen von Frauen gefragt – und hat auf ihren Tweet über 300.000 Likes sowie zahlreiche Beschreibungen erhalten. Hier findet ihr zwei Beispiele dafür:

Mansplaining in der Cafeteria

 

Mansplaining beim Einkaufen

Fazit: Mansplaining ist kein reines Twitter-Phänomen

Die Beispiele auf Twitter zeigen, dass Mansplaining nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen Ländern ein Problem für viele Frauen darstellt. Dass sie sich im Alltag häufig übergangen, ungesehen oder wenig gewertschätzt von Männern fühlen.

Wer mehr über das Thema erfahren will, kann hier nachlesen, wieso der Begriff Mansplaining kritisiert wird und was Frauen gegen Mansplainer tun können.

Der Global Gender Gap Report stellt zudem eine traurige Prognose auf: Keiner mehr von uns wird die Gleichberechtigung von Frau und Mann erleben. Verwunderlich? Ist das nicht, wenn wir uns mal die Situation von Frauen im Einzelhandel oder die Gender Pay Gap anschauen.