Es gibt tatsächlich ein Schlupfloch in der gefeierten Corona-Test-Regelung in Großbritannien. Durch die Gesetzeslücke lassen sich manche Menschen gar nicht erst testen, gelten aber als „frei von Corona“. Das Problem hat sich bereits UK-weit ausgebreitet. Könnte Ähnliches auch bei uns in Deutschland passieren?

Das Corona-Testen in Großbritannien geht gerade schief

Es gibt wohl ein kleines Schlupfloch im Testsystem der britischen PCR-Tests. So können Reisende den Test-Prozess umgehen, trotzdem einreisen und potenziell das Virus weiter im Land verbreiten.

Sich in Großbritannien testen zu lassen läuft normalerweise hauptsächlich digital ab. Man muss sich in einem Online-Tool anmelden, seine Daten angeben und einen Termin für einen Test zuschicken lassen. Wahlweise kann man sich das Testing-Kit auch nach Hause bestellen.

Menschen, die regelmäßig nach Großbritannien einreisen, müssen bei jedem neuen Eintritt ins Land einen PCR-Test absolvieren. Tests sind in Großbritannien aber sehr teuer. Sie beginnen bei gut 78 Pfund (91 Euro) und können bis zu 89 Pfund (115 Euro) kosten. Viele Menschen sind nicht bereit diese Kosten selbst zu tragen.

Auch die Menschen, die geimpft oder genesen sind, müssen den teuren Test bei der Einreise machen. Dabei wurde anscheinend nicht an alles gedacht, denn heute haben einige Menschen bereits angefangen, die Lücken im System auszunutzen.

So funktioniert der Scam: PCR-Test umgehen

Um in Großbritannien einzureisen, braucht man ein sogenanntes Passengers‘ Locators Form. Auf diesem werden alle Daten vermerkt, die wichtig sind, um innerhalb des Landes auf Eventualitäten vorbereitet zu sein. Neben Adresse, Geburtsdatum und Impfstatus gibt es einen Vermerk über einen negativen PCR-Test.

Dieser muss kurz vor oder kurz nach der Einreise gemacht werden. Ist man häufige:r Besucher:in Großbritanniens, muss man bei jeder einzelnen Einreise ein Passenger Locator Form ausfüllen und einen neuen PCR-Test machen. Theoretisch.

Einige Reisende haben nun wohl herausgefunden, dass man auch ohne einen gültigen PCR-Test ins Land kommt. Man nimm dazu einfach einen alten PCR-Test und eine alte Passenger Locator Form.

Es geht noch weiter mit der Dreistigkeit

Einige Menschen gehen noch einen Schritt weiter. Sie schicken die QR-Codes ihrer eigenen negativen Tests an Freund:innen und Familie weiter. Diese nutzen die Codes ebenfalls und umgehen so die leidige Aufgabe sich selbst testen zu lassen.

Auch wenn der PCR-Test in Großbritannien sehr teuer ist, hat er doch einen legitimen Zweck: Er soll die Bevölkerung vor einem weiteren wellenartigen Ausbruch der Pandemie schützen.

Das sind die Strafen für den Test-Scam

Gerade in Zeiten von Corona ist es nicht besonders clever, bei einem Gesundheitstest zu tricksen. Viel wichtiger als die Gesetzeswidrigkeit ist es, dass man damit potenziell andere Menschen gefährdet.

Aus diesem Grund bekommen Menschen, die sich ihren Test-Code teilen, empfindliche Geldstrafen und sehen sich sogar einer Gefängnisstrafe gegenüber.

Das Magazin Metro.uk berichtete bereits über mehrere Fälle in Großbritannien, in denen Menschen einen Corona-Test mehrmals nutzten. Einige dieser Fälle werden hier beschrieben.

In Deutschland: Wäre etwas Ähnliches möglich?

Betrügen kann man beim Coronatest auch in Deutschland. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit denen man einen simplen Test oder einen QR-Code kopieren oder noch einmal nutzen kann.

Die Frage ist aber: Warum sollten wir das tun? In Deutschland gibt es nur wenige Anreize, um seinen eigenen Test zu fälschen. Der Grund ist, dass Coronatests hier weit weniger teuer sind. Mit den steigenden Inzidenzen werden sie sogar wieder frei für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

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