Dicke Luft bei Lidl! In einem neuen Prospekt warb der Discounter mit einem aufblasbaren Standup Paddling Board (SUP). Viele begeisterte Wassersportfans rannten daraufhin in die Läden, um noch eines der beliebten Produkte abgreifen zu können. Doch anstatt der Paddling Boards fanden die Kund:innen etwas anderes vor.

Was die Lidl-Kunden stattdessen vorfanden

Nämlich ein Schild mit der Info: „Liebe Kunden, leider kommt es aufgrund der Suezkanal-Problematik momentan zu Lieferengpässen aus Asien bei unseren Werbeaktionen.“

Einige Kund:innen reagierten wütend oder enttäuscht und ließen in den Sozialen Medien ihrem Frust freien Lauf. So schrieben sie:

  • „Ich war heute morgen um 7:15 Uhr bei Lidl in Großenbaum, um ein SUP Board und Zubehör zu kaufen. Es war weder einer der Artikel im Regal, noch ein Preisschild im Markt“
  • „Wie ich sehe, bin ich nicht die einzige, die sich über den Verkauf der SUPs ärgert. Im Verkaufsraum waren genau 2 Stück.“
  • „Was war das für eine Schlappe heute? Um halb sieben vorm Laden angestellt, auf Platz 5 in der Schlange gewesen und um 7 wurden genau 2 – richtig gelesen 2 Stück – Stand-up-Paddles in den Laden getragen. Kein SUP.“
  • „Soll das eigentlich ein Witz sein, dass für die SUP Boards Werbung gemacht wird und dann jede Filiale nur ein Board bekommt? Noch nicht mal beide Ausführungen.“

Das steckt hinter der Suezkanalblockade

Kürzlich legte das 300 Meter lange Containerschiff „Ever Given“ den Suezkanal lahm. Also den wichtigsten Seeweg zwischen Asien und Europa. Mit extremen Folgen. Denn dadurch konnten insgesamt 390 Schiffe nicht den Kanal passieren. Wodurch die internationalen Lieferketten unterbrochen wurden, was vor allem die Auto-,Chemie- und Pharmabranche traf, die besonders stark auf Lieferungen aus Asien angewiesen sind.

Bereits im März warnten Expert:innen, dass sich Verbraucher:innen darauf einstellen können, länger auf Möbel, Haus- und Fitnessgeräte oder Fahrräder warten zu müssen.

Aldi Nord erklärte mittlerweile, dass sich „die Anlieferung einzelner Aktionsartikel aus dem Nonfood-Bereich“verzögern könnte. „Kurzfristige zeitliche Verschiebungen im Angebot unserer Artikel lassen sich daher leider derzeit nicht ganz ausschließen.“

Und auch in Zukunft drohen Verspätungen in der Warenlieferung. Davor warnt Angela Titzrath, die Vorstandschefin des Hamburger Hafenlogistik-Konzerns HHLA in der Münchner Club Wirtschaftspresse: „Das braucht noch drei bis vier Monate, bis sich das entzerrt“.

Doch trotz der einleuchtenden Suezkanal-Problematik sind die Lidl-Kund:innen sauer. Denn einige fragen sich, warum der Discounter all das nicht rechtzeitig kommuniziert hat und die Kund:innen trotzdem in die Filialen hat strömen lassen.

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