Ken Jebsen ist heute bekannt als der einflussreichste Verschwörungstheoretiker Deutschlands. In seinem YouTube-Kanal bringt er immer

Das YouTube-Format Ken FM wird derzeit vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet, denn dort verbreite der Journalist Medienberichten zufolge Desinformationen und Verschwörungstheorien.

Ken Jebsen wurde vor 55 Jahren im nordrhein-westfälischen Hüls als Kayvan Soufi-Siavash geboren. Heute ist er deutschlandweit bekannt und sogar gefürchtet. Seine Videos sind teilweise legendär, immer sehr kritisch und meist gespickt mit Falschinformationen. Seine Forderung an die Gesellschaft ist es, sich stets die Frage „Cui Bono“ zu stellen – Wer profitiert? Doch das war nicht immer so. Ken Jebsen war einst ein gefeierter und durchaus beliebter – wenn auch immer als etwas verrückt angesehener – Journalist. Der neue Podcast WTF happened to Ken Jebsen erklärt in sechs Teilen, was mit ihm passierte.

Ken FM – So erlangte Ken Jebsen Bekanntheit

„Ken FM war kreativ, unvorhersehbar und immer wieder ein Ereignis“, so heißt es in dem Podcast WTF happened to Ken Jebsen. In seiner Show Ken FM sprach Ken Jebsen mit den unterschiedlichsten Menschen, machte grandiose Witze und ließ sich immer wieder neue Verrücktheiten einfallen. Ken FM war die einzige Live-Radioshow mit Publikum und viele Menschen verehrten den Journalisten für seine besondere Art.

In den letzten eineinhalb Jahren aber ist Ken Jebsen vom Rockstar zu dem größten Verschwörungstheoretiker Deutschlands geworden. So ist er sich beispielsweise sicher, dass Bill und Melinda Gates die WHO aufgekauft haben, um die Welt durch Impfungen krank und gefügig zu machen. Die Corona Pandemie hat Ken Jebsens Content noch einmal sehr viel Auftrieb gegeben, denn seit Beginn der Krise haben sich riesige neue Bewegungen rund um Querdenkende und die neue Rechte gebildet.

Stimmen von ehemaligen Jebsen-Fans werden laut

Der Journalist Stefan Ritter gibt im Podcast WTF happened to Ken Jebsen zu, dass Ken Jebsen immer sein Idol gewesen ist. Lange Zeit verfolgte er seine Shows, bis er schließlich begann, selbst für Jebsen zu arbeiten. Lange Zeit war er der verantwortliche Produzent für Ken Jebsens Shows. Es dauerte eine Weile, bis ihm klar wurde, dass sein Kindheitsidol ein Verschwörungstheoretiker ist.

Er war ein Idol meiner Kindheit.

Stefan Ritter

Reporter des Wahnsinns

Ken Jebsen war in den 90er-Jahren in Berlin als der Reporter des Wahnsinns bekannt. Im Fernsehen war er der Mann, der unfassbar schnell spricht und dem noch schneller Quatsch in den Sinn kommt. Unter Reporter:innen und Journalist:innen kannte man Jebsen als jemand, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hatte und teilweise sogar „zu schnell im Kopf“ war. Ken Jebsen hatte seine eigene Late Night Show, danach moderierte er sogar noch eine Morning Show. Nach vielen gescheiterten Fernsehformaten ging Ken Jebsen wieder zum Radio und bekam dort seine eigene Show: Ken FM.

Ken FM, die Show

Die Show Ken FM war ein wahrhaft neues Format, das es so noch nicht gegeben hatte. Und Ken Jebsen nahm dabei alles selbst in die Hand. Das Konzept der Show bestand darin, dass immer zwei Menschen eingeladen wurden, die sonst niemals aufeinandertreffen würden. Das war der Anfang von Jebsens Showkarriere. Ken FM entwickelte sich allerdings immer weiter und auch die Inhalte wurden immer differenter.

Die Sendung wurde nach einer Zeit bei Fritz Radio immer schwerer umzusetzen. Die Gelder für Ken FM fehlten und so wurde Jebsen, so berichtet der Podcast WTF Happened To Ken Jebsen, immer verbitterter. Er wollte so viel mehr von seiner Show als die Öffentlich Rechtlichen ihm geben konnten. Die Show hielt sich noch bis zum Jahr 2011. Bis zum Ende der Show wurde Ken Jebsen deutlich politischer und versuchte, seine Meinung in die Sendung einzubauen, wie ein Insider im Podcast berichtet.

So sieht Ken Jebsen heute aus – Er regt sich gerne über das System auf. Foto: IMAGO / Florian Schuh

Cui Bono – Ken Jebsens Lieblingsspruch

Schon zur Endzeit seiner Sendung Ken FM soll Ken Jebsen sich immer mehr mit der Frage beschäftigt haben: „Wer profitiert hier eigentlich?“ Diese generelle Frage beschäftigt Jebsen noch immer in jedem seiner Videos. „Cui Bono“ bedeutet so viel wie „Wer profitiert?“ Verschwörungstheoretiker:innen nutzen diese Phrase sehr gerne: Sie fragen sich, wer eigentlich die Nutznießer des politischen Geschehens sind.

Diese Frage kann aber noch nicht geklärt werden

Warum ist aus einem kreativen – zugegebenermaßen ziemlich verrückten – jungen Radio- und Fernsehmoderator ein Verschwörungstheoretiker mit viel zu viel Meinung und viel zu viel Fehlinformation geworden? Diese Frage will der neue Podcast WTF Happened To Ken Jebsen erklären und endlich in das Phänomen Ken FM bringen. Die ersten Beiden Folgen des neuen Podcasts beschäftigen sich mit Kens Vorgeschichte. Insgesamt wird es sechs Folgen geben. Hoffentlich werden wir am Ende des Podcasts genau wissen, was mit Jebsen passiert ist.