Judith Williams feiert am 18. September ihren 50. Geburtstag. Die Investorin in der VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ strebte lange Zeit eine künstlerische Karriere an. Doch ihre Gesundheit durchkreuzte ihre Pläne, woraufhin die Amerikanerin durch einen Nebenjob ihr Verkaufstalent entdeckte. Es war der Start einer Erfolgsgeschichte.

Judith Williams kam 1971 in München zur Welt. Bereits mit vier Jahren stand sie zum ersten Mal mit ihrem Vater auf der Bühne. Der Basso profondo Daniel Lewis Williams, der in Billings, Montana aufgewachsen ist, zog mit seiner Familie Ende der 70er nach Trier. Im Dezember 2019 blickte Judith Williams bei Instagram auf ihre Kindheit zurück: „Von den vielen wunderbaren Erinnerungen in ihrer ersten eiskalten Altbauwohnung in München. Oder Marionettentheater zu Hause, weil Zirkus viel zu teuer für uns war, bin ich ihnen für alles so dankbar. Perfekte Eltern? Ja, weil sie unperfekt sind und ich durch viele Höhen und Tiefen mit ihnen gehen durfte und sie mich nicht in Watte gepackt haben.“

Kinder statt Opernkarriere

Nach ihrem Abitur studierte Judith Williams klassischen Gesang an der Hochschule für Musik in Köln und Ballett an der Royal Academy of Dance. Als Sopranistin konnte Williams erste Erfolge feiern, sie stand als Maria in der „West Side Story“ oder als Papagena in „Die Zauberflöte“ auf der Bühne. Mitte der 90er kam dann ein Schicksalsschlag auf die Sängerin zu, der ihre beruflichen Pläne zunichtemachte.

Williams wurde ein gutartiger Tumor an der Gebärmutter diagnostiziert und sie wurde vor eine Wahl gestellt. Eine OP hätte die Folge gehabt, dass sie keine Kinder bekommen kann, eine Hormonbehandlung würde ihre Stimme über Jahre beeinträchtigen und damit den Traum von einer Opernkarriere platzen lassen. Williams entschied sich für Kind statt Bühnenkarriere. „Ehrlich gesagt, bin ich heute sehr dankbar für mein Leben, wie es die Wendung genommen hat. Man muss immer aus allem das Beste machen“, erklärte Williams 2018 im Interview mit RTL.

Eine Wende kam für die Unternehmerin durch einen Aushilfsjob. In einem Fitnessstudio verkaufte sie überdurchschnittlich viele Getränke an die Kunden – und verschickte sogleich eine Bewerbung an den Verkaufssender QVC. Im zweiten Anlauf wurde sie genommen. 2001 wechselte sie zu HSE, dem ersten Teleshopping-Sender Deutschlands. 2004 bekam Williams ihr erstes Schmuckformat bei dem Sender. 2007 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete ihre eigene Firma. Mit ihrer Judith-Williams-Markenwelt baute sie ein Kosmetik- und Lifestyle-Imperium mit 150 Millionen Euro Jahresumsatz auf und schuf die größte europäische Teleshopping-Marke.

Seit 2014 als TV-Löwin zu sehen

Seit 2014 ist Williams einem größeren TV-Publikum bekannt. In der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ investiert die Unternehmerin in Start-ups und gute Ideen. Die Sendung läuft aktuell bereits in der zehnten Staffel. Neben Unternehmertum und TV-Arbeit legt Williams viel Wert auf soziales Engagement. Seit 2009 ist sie Botschafterin von SOS-Kinderdorf, unterstützt diverse Frauenhäuser und seit 2017 die José Carreras Leukämie-Stiftung.

2018 belegte Williams in der elften Staffel der RTL-Show „Let’s Dance“ den zweiten Platz, sie musste sich nur Ingolf Lück (63) geschlagen geben. Unter Tränen erzählte sie in der TV-Show, wie schmerzhaft die Erfahrung ihrer Tumor-Erkrankung für sie gewesen sei, dafür habe sie nun aber zwei wunderbare Töchter. „Du musst an dich selber glauben, egal was passiert“, erklärte Williams. Mit Schauspieler Alexander-Klaus Stecher (53) ist sie seit 2011 verheiratet; gemeinsam haben sie zwei Töchter: Sophia kam 2007 zur Welt, Angelina wurde 2009 geboren.

Die Musik spielt bis heute eine große Rolle in Williams‘ Leben. „Wir sind eine sehr musikalische Familie. Gemeinsam mit meinem Mann singe ich fast täglich, zum Beispiel morgens für unsere beiden Töchter zum Wecken – wobei sich deren Begeisterung in der Früh ehrlicherweise in Grenzen hält“, erklärte sie im Oktober 2019 im Interview mit spot on news. Ein besonderes Lied sei für sie „Somewhere“ aus der „West Side Story“: „Es war das letzte Lied, das ich gesungen habe, bevor ich meine Karriere als Opernsängerin aufgeben musste.“

(jom/spot)