Seit einer Woche wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Doch an der einen oder anderen Stelle ruckelt es noch gewaltig. Deshalb stehen die Bundesregierung und Gesundheitsminister Jens Spahn derzeit unter Beschuss. Die Kritik lautet: Sie haben im gemeinsamen Vorgehen mit der EU zu wenig des bereits zugelassenen Impfstoffs von Biontech bestellt. Und: Es wird zu langsam geimpft.

Um etwas Tempo in die Sache zu bringen, kommen nun mehrere Maßnahmen in Betracht. In einem aktuellen Papier des Gesundheitsministeriums werden vier Vorschläge gemacht, um die Impfkapazitäten in Deutschland zu verbessern. 

Im Video erfährst du, wie mRNA-Impfstoffe funktionieren.

So will Jens Spahn an mehr Impfstoff heran kommen

Hier liest du sie, kurz und knapp zusammengefasst:

  • Aus einem Impfstoffbehälter von Biontech/ Pfizer können anstatt fünf sogar sechs Impfdosen gewonnen werden. Die Behälter gelten deshalb als „überfüllt“. Um mehr Dosen zu verimpfen, will die Bundesregierung nun, dass die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) der Entnahme von sechs Impfeinheiten zustimmt. 
  • Eigentlich ist für die beiden Corona-Impfungen ein Zeitfenster von maximal 42 Tagen bestimmt worden. Doch die Briten wollen dieses auf zwölf Wochen erweitern – und Deutschland könnte das englische Konzept übernehmen. Denn das Gesundheitsministerium hat die Ständige Impfkommission darum gebeten, entsprechende Studien und Daten auszuwerten und eine Empfehlung abzugeben. Mit diesem Vorgehen könnten mehr Menschen zügiger ihre erste Impfstoff-Dosis erhalten.
  • Um die Impfstoff-Produktion zu verdoppeln, soll das Unternehmen Biontech ein neues Werk in Marburg eröffnen. Der Papierkram soll schnellstmöglich überprüft werden, damit bereits ab Februar mit der Produktion begonnen werden kann.
  • Und: Auch die Zulassung weiterer Impfstoffe soll den Druck rausnehmen.

Du willst noch mehr über den Impfstart wissen? Dann lies dir hier durch, wieso der 93-Jährige Großonkel unserer Redakteurin nicht geimpft werden kann – weil die Post nicht kam.