Alles, was auf anderen Social-Media-Plattformen strengstens verboten ist, ist auf OnlyFans erlaubt. Besonders dann, wenn der Preis stimmt.

Denn Prominente und Influencer ziehen auf der neuen Social-Media-Plattform blank – um eine Porno-Seite handelt es sich jedoch nicht.

Worum es dabei geht und warum eine Plattform, auf der nackte Haut gezeigt wird, sogar Feminismus-Potenzial hat, das erfährst du schnell zusammengefasst hier.

Was ist OnlyFans?

Das neue soziale Netzwerk wird immer beliebter und zieht zunehmend auch bekannte Persönlichkeiten an. Denn in einem Punkt unterscheidet sich die neue Plattform deutlich von allen anderen Social-Media-Kanälen: Nackte Haut ist nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. 

Das bedeutet: Auf der Plattform ziehen sich die User für ihre Follower aus. Wie viel nackte Haut sie dabei zeigen, bleibt ihnen selbst überlassen. Meist orientieren sie sich jedoch dabei an den Wünschen ihrer Fans und deren Zahlungsbereitschaft.

Daher besteht der große Unterschied der Webseite darin, dass du bezahlen musst, wenn du mehr von den Inhalten sehen willst.

Der Grundgedanke von OnlyFans ist: Bilder gegen Geld zu tauschen. Unabhängig von den finanziellen Mitteln funktioniert es ähnlich wie Instagram oder Facebook – Nutzer können ihre Inhalte teilen oder private Nachrichten schicken.

Wie die User die Plattform nutzen und wie viel sie von sich preisgeben, entscheidet jeder individuell.

Nackte Haut zeigen ist für Influencer besonders lukrativ

Denn nackte Haut bedeutet meist auch mehr Aufmerksamkeit. Außerdem dürfen sie 80 Prozent der Einnahmen selbst behalten. Die Creators verdienen bei den nackten Angelegenheiten somit gar nicht mal so schlecht! 

Seit der Corona-Pandemie ist die Nachfrage aufgrund des Social Distancing sogar noch weiter gestiegen.

Außerdem bietet OnlyFans die Möglichkeit, dass jeder mit seinem eigenen Content Geld verdienen kann, ohne dass ein eigenes Management oder eine Agentur benötigt werden.

Dabei fallen die ersten Kosten bereits schon beim Abonnieren an. Etwa fünf bis 50 Doller können laut Website für ein Monatsabo verlangt werden.

Onlyfans wird daher nicht nur aufgrund des Geldes immer beliebter, sondern wird auch im Hinblick auf den modernen Feminismus diskutiert.

Verkörpert OnlyFans modernen Feminismus?

Madita Oeming, Wissenschaftlerin an der Universität Potsdam, die sich unter anderem mit Pornos beschäftigt, sieht in OnlyFans feministisches Potenzial.  

Denn die Plattform bietet die Möglichkeit, dass jeder über seinen Körper frei verfügen kann und dennoch die Kontrolle über das hat, was er dort veröffentlicht.

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Influencer wie Georgina Fleur stehen der Plattform positiv gegenüber.(Photo: Georgina Fleur/Instagram)

Auch das ehemalige GNTM-Model Georgina Fleur sieht Potenzial in dem neuen Netzwerk. Sie fühlt sich auf dieser Plattform sicher, da der Content vor unerlaubten Downloads geschützt ist. 

Außerdem biete OnlyFans Schutz vor Anfeindungen und Shitstorms.

Ähnlich sehen das auch andere OnlyFans Userinnen wie Yma Louisa Nowak, welche in einem Interview mit dem Spiegel deutlich machte: 

“ An Sexualität, egal welcher, ist nichts Verwerfliches“                                                                          
Yma Louisa Nowak                                                                                            

Auf Onlyfans würden sich People of Color, dicke und queere Menschen sowie welche mit außergewöhnlichen Fetischen freizügig zeigen. Und damit auch ein größerer Teil der Gesellschaft.

Dennoch wird die Plattform auch kritisch gesehen, denn besonders jüngere oder unsichere Personen können sich schnell unter Druck gesetzt fühlen. Auch Fragen darüber, was der eigene Körper wert ist, werden durch die Freiheit der Plattform gefördert.

Dabei ist die Website ebenso offen für alle anderen Inhalte.

Onlyfans hat Feminismus-Potenzial – oder doch nicht?

Eine Website, die die Veröffentlichung von Nacktbildern ermöglicht und gleichzeitig sicher stellt, dass der User die Kontrolle darüber behält, ist definitiv ein Anfang für mehr Feminismus in den sozialen Medien. Inwieweit das Veröffentlichen von Bildern des eigenen Körpers mit den Grundgedanken des Feminismus zusammenpasst, muss jedoch jeder für sich selbst abwägen.

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