Deutschlands Städte befinden sich im Winterschlaf. Die Läden sind dicht, die sonst so wuseligen Plätze wirken wie leergefegt und der Schnee hüllt selbst Großstädte wie Berlin in eine ruhige Stille. Aber nicht überall. Denn in manchen Friseur-Läden brennt trotz Lockdown noch Licht und Menschen gehen ein- und aus. Werden hier etwa die Haare geschnitten?

Haben die Friseure trotz Lockdown offen?

Ja, tatsächlich arbeiten manche Friseure trotz Lockdown weiter. Im Nachrichtenportal Merkur erklären Salon-Besitzer:innen auch warum. So lernen ihre Azubis in den Salons gerade für ihre Prüfungen und schneiden die Haare von Puppen unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln. Und das ist völlig legal.

Im Moment sprechen alle von der #ZeroCovid-Srategie. Doch: Was bedeutet diese genau? Wir erklären es dir im Video in wenigen Sekunden.

In Deutschland gibt es etwa 80.000 Friseurbetriebe mit rund 240.000 Mitarbeiter:innen. Seit Mitte Dezember sind die Friseur-Geschäfte allerdings geschlossen. Sie stehen vor einem großen Problem: Durch den Lockdown sind den Friseur:innen die Einnahmen weggebrochen. Um sich über Wasser zu halten, nehmen sie Schulden auf oder borgen sich bei ihren Familien und Freunden Geld, wie zahlreiche Medienberichte zeigen. Und gleichzeitig haben sie Angst davor, ihre Türen für immer schließen zu müssen. Denn für die Branche gibt es keine pauschale Umsatzerstattung vom Staat, wie sie etwa die Restaurants oder Kosmetiksalons im November und Dezember erhalten haben.

Stattdessen bekommen sie die sogenannte Überbrückungshilfe 3. Diese deckt lediglich einen Teil der Fixkosten wie Pacht, Strom und Versicherung. Aber die Ausfälle von den Einnahmen? Die fallen nicht darunter. Die Auszahlungen starten laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erst im März 2021. Wie viele der Friseur:innen es bis dahin nicht mehr schaffen, ist unklar. „Vielen steht das Wasser schon bis zum Mund. Die haben einfach kein Geldpolster mehr“, warnt Sybille Hain, die Landesinnungsmeisterin der Friseur:innen in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Und auch das Kurzarbeitergeld, das schätzungsweise 750 bis 800 Euro hoch ist, dürfte zum Leben nicht reichen.

„Schauen Sie sich um, dann sehen Sie, wie die Schwarzarbeit boomt“

Wie die Friseur:innen auf den Lockdown reagieren, ist unterschiedlich. Manche arbeiten gar nicht, andere wiederum werben auf Ebay oder Facebook um neue Kund:innen oder schneiden ihren Bekannten die Haare. Konkrete Zahlen dazu gibt es jedoch nicht. Harald Esser, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks erklärt im MDR dazu: „Jeder, der frisch geschnittenes Haar hat, fällt derzeit auf. Schauen Sie sich um, dann sehen Sie, wie die Schwarzarbeit boomt“.

Doch Friseur:innen, die im Lockdown einfach illegal weiterarbeiten und Kund:innnen die Haare schneiden, riskieren hohe Bußgelder. Die Höhe der Strafe variiert von Bundesland zu Bundesland, reicht von 1.000 bis 25.000 Euro (in besonders schweren Fällen) und damit nicht genug. In manchen Ländern kann selbst gegen Kund:innen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden.

Mehr zum Thema gefällig?

wmn hat mit dem Friseurmeister Michi über den Lockdown geredet. Wie es ihm in der Situation geht und was er sich für dieses Jahr wünscht, liest du hier.

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