Er ist gelblich und schon die Ägypter schmückten sich gerne damit: Bernstein. Es handelt sich dabei um fossiles Harz, welches mehrere Millionen Jahre alt ist. Weltweit gibt es mehr als 80 Arten des Schmucksteins, dem eine beruhigende Wirkung zugeschrieben wird. Vor allem in der nördlichen Hemisphäre sind Bernsteine, auch Amber oder Succinit genannt, an den Küsten zu finden. Denn dort standen einst große Wälder. In Deutschland können Sammler ebenfalls auf das fossile Harz stoßen.

An der Ostsee oder Nordsee sein Glück versuchen

Bernstein ist minimal schwerer als Wasser, weshalb er im Süßwasser sinkt und in stark salzhaltigem schwimmt. Nur wenn das Meer sehr kalt ist und dadurch eine größere Dichte besitzt, treibt das fossile Harz nach oben. An der südlichen Ostsee, beispielsweise auf Rügen, Usedom oder Hiddensee, sind die Chancen besonders hoch, Bernstein zu finden. An der Nordseeküste, auf den ostfriesischen Inseln, gibt es ebenfalls immer wieder Funde.

Nach einem Sturm stehen die Chancen am höchsten, einen Bernstein zu finden. Denn die starken Wellen spülen die Kostbarkeiten an Land. Schon Frühmorgens an den Strand gehen und den Sand nach den gelblich bis bräunlichen Steinen absuchen. Vielversprechend ist auch das seichte Wasser am Ufer. Am besten mit einem Kescher durchs Meer waten.

Wichtige Unterscheidung: Phosphor oder Bernstein

Aber Achtung: Bernstein nicht mit Phosphor verwechseln – beides hat dieselbe Farbe. Doch Phosphor kann sich in Verbindung mit Sauerstoff bei Temperaturen ab 20 Grad Celsius entzünden. Schwere Verbrennungen sind die Folge. Um das zu verhindern, vorher überprüfen, um was es sich handelt, bevor der Stein in der Hosen- oder Jackentasche landet. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Zum Beispiel den Stein mit einem Wolltuch kräftig abreiben. Bernstein lädt sich elektrostatisch auf und zieht unter anderem Papierschnipsel an. Alternativ beim Klopftest den Stein vorsichtig an die Vorderzähne schlagen. Ist der Klang weich und dumpf, ist es wahrscheinlich das fossile Harz.

(amw/spot)