9 Minuten und 29 Sekunden lang kniete der weiße Polizist Derek Chauvin auf dem Hals des Schwarzen George Floyd. Bis dieser keine Luft mehr bekam und starb. Der Todesfall rüttelte ganz Amerika wach und sorgte für zahlreiche Anti-Rassismus Demonstrationen. Und das weltweit. Knapp ein Jahr nach dem Vorfall will eine deutsche Großstadt nun ein Zeichen gegen Rassismus setzen und ein George-Floyd Denkmal erschaffen.

George-Floyd Denkmal als Zeichen gegen Rassismus

Konkret geht es um Berlin. Die Stadt, die das multikulturelle Zentrum Deutschlands ist, will nun insgesamt sechs Sportplätze in Berlin-Moabit nach den Opfern von rassistischer und extremistischer Gewalt benennen.

Neben dem George-Floyd-Platz wird es deshalb auch den Hatun-Sürücü-Platz, einen Hermann-Horwitz-Platz, einen Dalia-Elyakim-Platz, einen Mete-Eksi-Platz und einen Jana-Lange-Platz geben.

Warum ist es ausgerechnet ein Sportplatz?

Dass es sich bei dem George-Floyd Denkmal um einen Sportplatz handelt, ist von großer Bedeutung. Denn Rassismus – das Thema ist in der Sportwelt allgegenwärtig. Wir erinnern uns da zum Beispiel an die Situation, in der ein Schiedsrichter beim Fußballspiel zwischen Paris Saint-Germain und Istanbul Basaksehir einen Assistenztrainer des türkischen Fußball-Klubs rassistisch beleidigt haben soll und daraufhin alle Spieler das Feld verließen. Aber auch der Tod des jungen Floyds hallte wie ein Echo durch die Welt des Sports, woraufhin zahlreiche Stars wie der Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, der Dortmunder Fußballer Jadon Sancho oder der Basketballer LeBron James sich den Anti-Rassismus-Demonstrationen angeschlossen haben, die im Zuge von George Floyds Tod entstanden.

Eine repräsentative Umfrage des Sport-Informations-Dienstes zeigt ebenfalls, dass uns das Thema Rassismus noch lange begleiten wird. Denn 40,4 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Rassismus im Fußball in den letzten Jahren zugenommen hat.

Gleichzeitig wünschen sich die meisten, dass sich die deutschen Nationalspieler stärker gegen Rassismus einsetzen und weniger PR-Aktionen machen als echte, klare Bekenntnisse ihrer Spieler fördern. Insbesondere die großen Verbände wie die UEFA und FIFA könnten aus Sicht der Befragten noch mehr im Anti-Rassismus-Kampf tun.

Mehr zum Thema gefällig?

Dann lies hier, wie sich unsere weekly heroine Alice Hasters gegen Rassismus einsetzt und welche Anti-Rassismus-Bücher sich wirklich lohnen.