Abgesehen von der weiblichen Führungsspitze gibt es in der der CDU ziemlich wenige Frauen. Denn insgesamt sind nur 26 Prozent der CDU-Mitglieder Frauen. Um den Frauenanteil zu erhöhen, denkt die CDU über eine parteiinterne Frauenquote nach. Doch wie sinnvoll wäre so eine Quote wirklich? 

Frauenquote der CDU: Wie soll sie konkret aussehen?

Mit der Frauenquote der CDU soll von 2020 bis 2025 die Hälfte aller Vorstandsämter ab der Kreisebene mit Frauen besetzt werden. Schritt für Schritt soll die Quote dann erhöht werden. Ab dem Jahr 2021 soll eine Quote von 30 % erreicht werden. Ab dem Jahr 2023 soll die Frauenquote der CDU bereits auf 40 % steigen. Und ab dem Jahr 2025 soll sie auf 50 % klettern.

Streit um die Frauenquote der CDU

Doch das Vorhaben wird auch heftig kritisiert. Zum Beispiel von Lilli Fischer, Mitglied der CDU im Erfurter Stadtrat. So erklärt die junge Frau, dass sie selbst keine „Quotenfrau“ sein wolle. Und dass sie bereits jetzt dieselben Chancen habe wie ein Mann. Da die CDU hauptsächlich männlich geprägt sei, würde die Frauenquote die Partei auch gar nicht widerspiegeln.

 „Warum sollen wir jetzt plötzlich 50:50 besetzen, wenn es unsere Partei nicht widerspiegelt? Da müssen wir eher an der Basis ansetzen und schauen, wie kriegen wir denn überhaupt mehr Mitglieder in der Partei?“ Statt einer Quote setzt sie auf die konkrete Förderung von Frauen vor Ort, zum Beispiel über Mentoringprogramme.

Frauenquote CDU
Annegret Kramp-Karrenbauer (Bundesministerin der Verteidigung), Julia Kloeckner (Bundesministerin fuer Ernaehrung und Landwirtschaft) & Annette Widmann-Mauz (Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin) sind Beispiele für Frauen in der Politik(Photo: Jens Schicke via www.imago-images.de)

Andere weibliche CDU-Mitglieder kritisieren, dass es sinnvoller wäre, Maßnahmen zu schaffen, die Mütter und Frauen mit Familie dabei unterstützen, politisch durchzustarten. Die Frauenunion in der CDU hingegen findet den Schritt längst überfällig. Und auch die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer war lange gegen die Frauenquote und begrüßt diese heute. Feststeht jedoch, dass die Frauenquote auf jeden Fall nicht die Partei widerspiegelt, dafür aber stärker die Gesellschaft abbildet, die zur Hälfte aus Frauen besteht.

Die große Veränderung? Wird ausbleiben!

Doch auch mit der Frauenquote wird der große Durchbruch ausbleiben. Was zum einen daran liegt, dass auch von der Frauenquote abgewichen werden kann, wenn es nicht genug weibliche Kandidatinnen gibt.

Hinzukommt, dass die CDU bei den Direktmandaten auf eine „ausreichende Beteiligung“ von Frauen hinarbeiten will, aber keine Konsequenzen drohen, wenn die Beteiligung niedrig bleibt. Doch es sind eben genau diese sogenannten Direktmandate, über die die meisten Kandidaten der CDU in die Parlamente einziehen.

Und zum anderen fehlen in der Politik ganz allgemein Frauen, sodass es zum Beispiel in vielen Orten keine Bürgermeisterinnen sowie Landrätinnen gibt. Und da nicht alle Frauen ein CDU-Parteibuch haben, bringt so eine Frauenquote auch nicht allen weiblichen Politikern etwas. 

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