Seit Jahren wird darüber gestritten, welche Auswirkungen der regelmäßige Konsum von Pornos auf Jugendliche hat. So warnt beispielsweise der Sexualwissenschaftler Dr. Jakob Pastötter davor, dass junge Menschen dadurch abstumpfen und den Spaß an richtigem Sex verlieren können.

Fest steht jedoch, dass die Filmchen eigentlich auch nur für Erwachsene gedacht sind und nicht für Minderjährige. Nichtsdestotrotz sind sie auch für Kinder schnell abrufbar. Doch wie lässt sich der Jugendschutz verbessern? Wie lässt sich verhindern, dass junge Menschen Pornos konsumieren?

Drei Länder versuchen es mit bestimmten Strategien.

Keine Pornos mehr für Jugendliche: Frankreich will den Jugendschutz verbessern

Frankreich will mit einem neuen Gesetz verhindern, dass sich Minderjährige Pornos anschauen können. Demnach kann die örtliche Regulierungsbehörde die Websitenbetreiber dazu verpflichten, eine Altersüberprüfung einzurichten.

Doch wie soll das genau umgesetzt werden? Das schreibt das neue Gesetz nicht vor. Also kann jeder Anbieter selbst entscheiden, mit welcher Methode der Jugendschutz verbessert werden will. Die Abgeordneten sind jedoch für eine Altersüberprüfung mit der Kreditkarte. 

Adult Only
Für Erwachsene gedacht & so sollte es auch bleiben.(Photo: istock, junce)

Doch die Methode gefällt nicht allen. So machen sich viele Sorgen, dass die Daten der Kreditkarte mit dem Nutzerverhalten, also dem Gucken von Pornos miteinander verknüpft werden. Aber daneben steht auch die Frage im Raum, ob kleinere Anbieter die Altersüberprüfung überhaupt leisten können.

Ist Frankreich mit seiner Jugendschutz-Offensive ein Einzelgänger? Nein! Denn auch Großbritannien hatte einige Maßnahmen in petto. Doch nach EU-Recht wurde das Vorhaben im Jahr 2015 als illegal eingestuft. Im Herbst letzten Jahres hat das Land das Vorhaben dann aufgegeben.

Und wie sieht es in Deutschland mit den Themen Pornografie und Jugendschutz aus?

Theoretisch sollten Pornos auch in Deutschland nur für Erwachsene zugänglich sein. In der Praxis kann aber jeder die Filmchen gucken. Wie in anderen Ländern wird hier auch über wirksame Jugendschutz-Möglichkeiten diskutiert. Und auch hier rücken Websperren gegen Pornoseitenanbieter näher. Denn erst im Juni hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) drei Pornowebsiten beanstandet. Und zwar Pornhub, Youporn und Mydirtyhobby.

Wenn die Webseiten nicht ihre Zugangskontrollen verbessern, drohen Netzsperren. Solche Sperren kennen wir schon von illegalen Streamingseiten wie kino.tx. Aber aus rechtlichen Gründen sind die Netzsperren dann nicht ganz so einfach umzusetzen. Und das Vorhaben würde auch sehr lange dauern und es gäbe es weiterhin ein paar Tricks, um die Websiten zu besuchen. Zumindest aber wären damit die Hürden wesentlich höher.

Wie könnte sich die Situation noch weiter entwickeln? Zwei weitere Szenarien könnten sein, dass die Pornoseiten den Beschlüssen der KJM nachkommen und eine Altersverifizierung einführen. Beispielswese durch Postident-Verfahren, bei denen man sich per Videochat mit seinem Ausweisdokument verifizieren lassen kann. Ganz nach dem Motto: Erst den Ausweis zeigen und dann Lustfilmchen gucken.

Und das dritte Szenario? Das könnte so aussehen, dass am Ende alles so bleibt wie bisher. Da die KJM aber schon öffentlich erklärt hat, sich auch in Zukunft dafür einzusetzen, dass der Jugendschutz wirksamer umgesetzt wird, bleibt letztlich offen, ob und wann sich etwas ändert.

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