Sie schreiten in großen und eiligen Schritten voran. Werden die anderen Länder bald nachziehen?

Mehrere EU-Staaten wollen einen digitalen Impfausweis einführen. Doch: Was sagt Deutschland dazu und was würde der Ausweis für uns verändern? wmn fässt dir die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammen.

Impfausweis: Er kommt immer näher

Ins Kino oder in eine Bar gehen, verreisen oder auf einem Konzert abfeiern: In den letzten Monaten wurde immer wieder darüber diskutiert, ob Geimpfte mehr dürfen sollten als Ungeimpfte. 

Und tatsächlich: In Dänemark könnte das bald möglich sein. Denn in der letzten Woche wurden Pläne für einen digitalen Impfausweis vorgelegt. Mit diesem sollen geimpfte Bürger:innen wieder sorgenfrei ins Theater oder auf Dienstreise gehen können. Das Ziel ist ein digitaler Impfausweis, den die Bürger:innen einfach mithilfe ihres Handys vorzeigen können. Doch: Bis der Pass auch wirklich funktioniert, dürften noch drei bis vier Monate vergehen.

Das Land ist mit den Plänen aber längst nicht allein. Auch Schweden will bis zum 1. Juni einen digitalen Impfausweis rausbringen. Aber: Dieser soll in enger Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation WHO und der EU kommen. Im Fokus steht dabei vor allem die Stärkung der Kultur und Wirtschaft: „Es gibt Teile der dänischen Gesellschaft, die vorankommen müssen“, erklärt der geschäftsführende Finanzminister Morten Bødskov.  

Und Brian Mikkelsen, der Direktor der dänischen Handelskammer Dansk Erhverv ergänzt: „Der Pass soll dazu beitragen, dass wir Dänemark so schnell wie möglich geöffnet bekommen“. Ob der Impfpass jedoch nur für den Urlaub oder auch für den Restaurantbesuch und das Konzert gelten soll, ist noch unklar.

In Polen ist man bereits einen Schritt weiter. Hier genießen Geimpfte bereits Vorteile. So müssen sie etwa nicht mehr nach der Einreise in die zehntägige Quarantäne. Und darüber hinaus zählen Geimpfte bei den Beschränkungen für private Treffen NICHT als Kontaktperson.

Aber auch Rumänien hat Geimpfte von der Quarantäne befreit. Und in Estland dürfen Geimpfte wieder einreisen – ohne Testpflicht und Quarantäne. Und selbst der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis forderte schon vor ein paar Wochen „Die Personen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen“.

Fragt sich also, wie der Rest der EU und Deutschland zum Impfausweis stehen?!

Impfausweis: Das sagt Deutschland dazu

Auch die EU hat sich dem Thema längst gewidmet und mittlerweile auf einige Eckpunkte geeinigt. Demnach sollen die Impfnachweise kommen – und zwar sowohl in Papier- als auch in elektronischer Form. Der Impfpass soll zudem Informationen über den Impfstoff, die ausstellende Behörde und die Personalien beinhalten. Außerdem sollen die Pässe auch leicht überprüfbar sein, zum Beispiel mit einem QR-Code.

In Deutschland hingegen gibt es bereits einen Impfpass. Und zwar in Form eines kleinen, gelben Heftchens. In dieses werden alle Impfungen eingetragen, wie beispielsweise der Tetanus-Schutz. 

Und auch der Landkreis Altötting hat in Eigenregie einen digitalen Impfausweis vergeben. Auf diesem sind Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos des Geimpften, Impfstoff und die beiden Impftermine hinterlegt. Scannt der Geimpfte einen Code, werden die Daten aufs Smartphone übertragen.

Aber ob der digitale Impfpass noch flächendeckend ind diesem Jahr kommen wird? Das ist unklar. Aber selbst dann, wenn der digitale Impfausweis nicht eingeführt wird, können private Anbieter von Veranstaltungen oder Flugreisen einen Nachweis für die Impfungen verlangen. So wie es etwa die Airline Qantas und der Veranstalter Eventim planen. „Daraus ergibt sich aber keine Impfpflicht durch die Hintertür“ warnt Alena Buyx, die Vorsitzende des Ethikrates. Denn die Alternative wären immer noch Tests.

Und dennoch bleibt am Ende vor allem eine Sache ganz sicher. Sollte der Impfpass tatsächlich freies Reisen in der EU erlauben, bräuchte es vor allem eines: eine gemeinsame Linie aller Länder.

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