Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Alternativen, die helfen können, den Kunststoff in unserem Alltag ersetzen können. Trotzdem gibt es immer noch viele Unternehmen, die aufgrund der günstigen Preise nicht auf Plastik verzichten wollen und bieten daher immer noch Kunststoff an. Die Wissenschaft arbeitet auf Hochtouren daran, neue Möglichkeiten zu finden und es scheint so als wäre ein Forschungsteam aus den USA fündig geworden. Welche Ergebnisse sie erzielt haben und was hinter der essbaren Verpackung steckt, die die Plastiktüte ersetzen soll.

Verpackung zum Essen: Der Kampf gegen Plastiktüten beginnt 

Die Plastiktüte ist mittlerweile aus vielen deutschen Supermärkten verschwunden, jedoch findet man vor allem in der Obst- und Gemüseabteilung immer noch viel davon. Das gleiche Problem haben auch die Supermärkte in den Vereinigten Staaten. Ein Grund mehr, eine Alternative zu entwickeln, um den Plastikmüll zukünftig zu reduzieren. Ein Forschungsteam der Harvard University hat jetzt seine neusten Entwicklungen im Fachblatt Nature Food vorgestellt. 

Hierbei handelt es sich um eine umweltfreundliche und kunststofffreie Verpackung aus Pullulan. Die Besonderheit? Sie ist nicht nur kostengünstig und kann Obst und Gemüse länger frisch halten, sondern ist dazu auch noch essbar. Als Test-Obst wurde die Avocado ausgewählt, auf die feine Fäden aus Pullulan aufgetragen wurde. Dieses besteht aus Zuckermolekülen, die essbar sind und mit natürlichen Substanzen angereichert werden. Diese schützen davor, dass das Obst oder das Gemüse schnell schlecht wird.

Avocado zuckerarmes Obst
Als Test-Obst fungierte die Avocado. Foto: IMAGO / Addictive Stock

Und tatsächlich: Die Avocados, die mit dem Pullulan bestrichen wurden, hielten sich wesentlich länger als die anderen. Nach sieben Tagen und einer 22 Grad Celsius-Lagerung konnte man an den unbehandelten Früchten zu 90 Prozent Schimmel entdecken. Bei den mit Pullulan ummantelten Avocados waren es nur die Hälfte. Außerdem ist der Mehrfachzucker auch gut für die Umwelt, da er lediglich abgewaschen werden muss und nach nur drei Tagen in der Erde abgebaut wird. 

Wonach schmeckt die Alternative zur Plastiktüte?

Der Lebensmittelzusatzstoff Pullulan und wird meist als Beschichtung von Lebensmitteln genutzt. So findest du das Zuckermolekül in Tabletten, Dragees oder Kapseln, aber auch als Verdickungs- und Bindemittel. Bei der essbaren Verpackung können wir uns jedoch leider nicht auf einen leckeren Snack freuen, da Pullulan zwar essbar, aber geschmackslos ist.

Pullulan statt Plastiktüte: Das steckt hinter der neuen Invention

Um die essbare und umweltfreundliche Verpackung herzustellen, mischten die Forscher:innen das Pullulan mit Thymianöl, Zitronensäure und dem natürlichen Antibiotikum Nisin. All diese Stoffe sind wichtig, da sie gegen Mikroorganismen wirksam sind und verhindern, dass sich auf dem Obst bzw. Gemüse Bakterien oder Schimmel breitmachen kann. Je mehr die Mikroorganismen gehemmt werden, desto länger bleiben die ummantelten Lebensmittel frisch und genießbar. 

Doch wie teuer ist die Alternative zu den Plastikverpackungen eigentlich? Auch diese Frage konnte im Magazin Nature Food beantwortet werden. So gaben die Forscher:innen an, dass sich die Kosten auf wenige Cents pro Frucht belaufen könnten.

Sie halten ihre Innovation für einen Schritt in die richtige Richtung, um langfristig die Umwelt schützen zu können. „Wir wussten, dass wir die erdölbasierten Lebensmittelverpackungen, die es da draußen gibt, loswerden und durch etwas Nachhaltigeres, biologisch Abbaubares und Ungiftiges ersetzen mussten“, so Philipp Demokritou, einer der Forschenden in einer Mitteilung der Rutgers University.

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