Es sind gerade einmal 30 Sekunden. So lange dauert die neue Edeka-Werbung zu Weihnachten. Das Motto des Clips: Lasst uns froh und bunter sein.

In dem Video steht die Familie Müller an der Fleischtheke und überlegt, was es an diesem Weihnachten zu Essen geben könnte. Die letzten beiden Jahre gab es Japanisch und Marokkanisch. Anscheinend, weil die Tochter erst einen japanischen und dann einen marokkanischen Freund hatte, wie ein Rückblick zeigt. 

Nun aber zurück zu diesem Jahr. Was steht dieses Mal auf dem Tisch? Der italienische Verkäufer hat da eine Idee: Feinster Saltimbocca mit Parmaschinken, Salbeibutter und Weißweinsauce.

Der Tochter gefällt der Vorschlag augenscheinlich, sie blickt ihn verträumt an und schwärmt: „Italienisch, lecker!“ Und dann folgt auch schon der Edeka-Slogan: „Wir lieben Lebensmittel und ihre Vielfalt, deshalb ist unser Weihnachtsangebot so bunt wie unsere Gesellschaft„.

So reagiert das Netz auf die Edeka-Werbung

Die Familie Müller, die so tolerant ist und die Lover ihrer Tochter mit unterschiedlicher Herkunft toleriert und mit unterschiedlichen Gerichten zelebriert? Das ist eine Message, die vielen Usern in den Sozialen Medien sauer aufstößt.  Andere wiederum ärgern sich über den Vergleich zwischen der Herkunft von Menschen und Essen. 

Und auch die Stereotype, denen sich die Edeka-Werbung bedient, gefallen vielen nicht: „Jo, genau. Machen wir an Heiligabend Sushi, weil der Freund der Tochter da zu Besuch kommt. Japaner essen nur Suhsi und anderen japanischen Stuff, right? Sehr buntes Mindset.“

Diese Edeka-Werbung geht gerade viral.

Das Fazit vieler User: Der Clip ist rassistisch & sexistisch

Doch rassistisch sind vor allem viele Kommentare, die sich unter dem Video wiederfinden. So warnen einige der Nutzer davor, sich mit Menschen anderer Herkunft einzulassen oder erklären: „Deutschland ist nicht bunt, Deutschland wurde durch unsere Politiker bunt gemacht.“ Wer sich die Kommentare durchliest, stößt auf eine bunte Mischung an Beleidigungen, Kritik sowie Boykottaufrufen.

Das sagt Edeka über das Video

Edeka steht weiterhin hinter seiner Werbung. Der Nachrichtenseite Watson gegenüber erklärt das Unternehmen: „So bunt wie unsere Gesellschaft, so bunt und vielfältig ist das Angebot bei Edeka.“ Zudem verweist der Lebensmittelhändler darauf, dass es eine Spendenaktion gebe. Pro verkaufte Suppe „Appetit auf Vielfalt“ sollen 50 Cent an die Deutschland Stiftung Integration gehen. Ein Zeichen gegen Rassismus, das in der aktuellen Diskussion aber völlig untergeht.

Letztlich fasst ein User die Reaktionen auf die Edeka-Werbung zusammen: „Also die einen sagen es ist zu weit rechts die anderen sagen es ist zu weit links. Es ist ein Werbespot. Seit wann sind die denn bitte originell und sollten als politisches Statement gesehen werden? Obwohl er dann doch gut als Werbespott funtioniert, da er durch das ganze viel Aufmerksamkeit generiert.“

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 Auf TikTok will ein Corona-Infizierter zeigen, wie es sich anfühlt, den Geschmackssinn zu verlieren – und beißt in eine rohe Zwiebel, schluckt Zitronensaft oder isst scharfes Wasabi. 

Und auch dieser kurze Ausschnitt von Winston Peters, dem stellvertretenden Premierminister von Neuseeland ging viral, nachdem er einen Corona-Leugner mit einer frechen Antwort konterte.