In der Corona-Krise zählt vor allem eines: Die Zeit! 

Denn Behörden setzen vor allem darauf, Infektionsketten schnell zu unterbrechen sowie Hotspots schnell zu identifizieren, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Was sie gerne hätten, wäre eine Art Corona-Frühwarnsystem. Genau ein solches haben Forscher gerade in einem Pilotprojekt erprobt. Die Ergebnisse sind vielversprechend, wenngleich es auch einen Haken an der Sache gibt.

Corona-Frühwarnsystem: So funktioniert es

Viele Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizieren, haben keine Symptome. Die Folge: Sie lassen sich auch nicht testen und laufen Gefahr, Freunde und Verwandte anzustecken, ohne dass es ihnen bewusst ist. Hinzukommt, dass sie in keinen offiziellen Statistiken auftauchen. Dadurch verbreitet sich das Coronavirus – ohne dass sie selbst oder die Behörden es schnell genug registrieren. 

Eine mögliche Lösung des Problems könnte tatsächlich die Analyse von Abwasser sein. Denn das Coronavirus lässt sich in unserem Kot nachweisen. Behörden könnten also in Zukunft Wasserproben analysieren und so erfahren, wie hoch das Infektionsgeschehen wirklich ist. Im Landkreis Berchtesgadener Land haben Forscher gerade so ein Frühwarnsystem aufgebaut – und es funktioniert!

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So erklärt Jörg Drewese von der Technischen Universität (TUM) in München gegenüber der Deutschen Presseagentur: „Wir liegen mit unseren Ergebnissen vier bis fünf Tage vor den offiziellen Zahlen“.  Und weiter: „Wir können sehen, wenn drei oder vier Leute infiziert sind“. Seit drei Wochen entnehmen er und sein Team Proben in den Klärwerken dem bayerischen Landkreis, der im Herbst selbst zum Hotspot wurde. 

Bisher werden die Proben zwei Mal in der Woche entnommen. Noch genauer könnte das Ergebnis aus seiner Sicht allerdings ausfallen, wenn das Abwasser noch häufiger untersucht wird. 

Doch es gibt einen Haken an der Sache

Die Behörden könnten mithilfe der Wasserproben also erkennen, ob die Zahl der Infizierten nach oben oder unten gehe – doch nicht überall! Denn laut Drewese lässt sich dieses System nicht eins zu eins auf Großstädte wie Berlin oder München übertragen. Da das Abwasser dort zu lange im Kanal unterwegs ist, bevor es in die Klärwerke kommt. In diesen Regionen müssten dann bereits in der Kanalisation Proben entnommen werden.

Übrigens: Auch in anderen Ländern wie etwa den Niederlanden stößt diese Methode auf großes Interesse. Dort werden seit Monaten ebenfalls Wasserproben entnommen.

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