Die Uhr tickt. Die Tage von US-Präsident Donald Trump sind gezählt. Doch kurz vor der Ablösung durch seinen Nachfolger startet Trump eine Hinrichtungsserie. Mit dieser verstößt er gegen ein ungeschriebenes Gesetz, nach dem in der Phase des Machtwechsels zwischen zwei Präsidenten keine Todesstrafe vollstreckt wird. Nun wird er von zahlreichen Anwälten und Stars kritisiert.

Hinrichtungen: Donald Trump bleibt hart 

Eigentlich wurde die Vollstreckung von Todesurteilen auf Bundesebene im Jahr 2003 ausgesetzt. Doch Donald Trump und sein Justizminister haben das Moratorium im Sommer aufgehoben. Die Folge: Nach 17 Jahren wurde auf dieser Basis wieder eine Todesstrafe vollstreckt und mehr als 10 Menschen wurden auf Bundesebene hingerichtet. Damit nicht genug. Weitere sollen nun folgen.

Erfahre im Video, wie es Donald Trump vom aufmüpfigen Jungen zum Präsidenten der Vereinigten Staaten geschafft hat.

Doch unter all den Fällen ist es vor allem ein Fall, der in den letzten Tagen besondere Aufmerksamkeit erhalten hat: Die Hinrichtung von Brandon Bernard. Bernard wurde mit gerade einmal 18 Jahren für die Beteiligung an einem Doppelmord zum Tode verurteilt. 

Sein Anwalt erklärte, dass Bernard „im Alter von 18 Jahren einen schrecklichen Fehler“ begangen habe. Und dass er seitdem „niemals aufgehört habe, Scham und tiefe Reue für seine Taten zu empfinden“. In seinem Fall aber kommt noch hinzu, das erklärt die Forschungsdirektorin der Informationsstelle Todesstrafe in Washington D.C., dass entlastende Beweise nicht berücksichtigt wurden und er nachweislich nicht die treibende Kraft beim doppelten Raubmord war sowie wichtige Fragen nach seiner Rolle und seiner Schuldfähigkeit ungeklärt waren.  

Aus diesen Gründen und weil Bernard zum Tatzeitpunkt noch so jung war, haben sich Prominente wie die Influencerin Kim Kardashian in den letzten Tagen gegen die Hinrichtung von ihm mobil gemacht. Auf ihrem Instagram-Account teilte das Model, das sich bereits in der Vergangenheit für zum Tode Verurteilte eingesetzt hat, eine Petition gegen die Hinrichtung, die mehr als eine halbe Million Menschen unterzeichnet haben. Doch all die Hinweise, all die Bemühungen, all die Bitten, blieben ohne Erfolg. Brandon Bernard wurde am Donnerstag mit einer Giftspritze getötet.

Kim Kardashian hat sich bis zuletzt gegen die Vollstreckung der Todesstrafe eingesetzt.

Wegen Trump: Weitere Menschen müssen sterben

Bereits einen Tag später, am Freitagabend folgte schon die nächste Hinrichtung auf Bundesebene. Der 56-Jährige Häftling Alfred Bourgeois soll seine Tochter missbraucht, gefoltert und getötet haben und wurde für diese Tat mit einer Giftspritze getötet. 

Allem Anschein nach nimmt Trumps Hinrichtungsserie damit noch kein Ende. Denn bis zur Amtsübernahme von Joe Biden am 20. Januar will er noch drei weitere Todesurteile vollstrecken. Damit setzen Barr und Trump ein eindeutiges ideologisches Signal, das noch einmal mehr die Unterschiede zwischen Trump und seinem Nachfolger verdeutlicht. Denn während Donald Trump ein glühender Verfechter der Todesstrafe auf Bundesebene ist, ist sein Nachfolger, der Demokrat Joe Biden ein absoluter Gegner dieser Strafe. 

Du willst mehr über die Menschen erfahren, die unter Donald Trump hingerichtet werden sollen? In diesem Artikel fassen wir die Fälle der zum Tode Verurteilten zusammen.