Es ist erst ein paar Tage her, dass Trump-Anhänger das Kapitol gestürmt haben. Doch: Experten warnen bereits davor, dass dies erst der Anfang sei.

Der Angriff auf das Kapitol hat die ganze Welt erschüttert! Doch es ist nicht einmal eine Woche her und schon warnen Experten davor, dass sich so ein Ereignis wiederholen könnte.

Wie kommen sie darauf? wmn erklärt es.

Angriff auf das Kapitol – Wiederholung möglich?

Laut US-Medien rufen Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker in den Sozialen Netzwerken zu einem weiteren Angriff auf. So schreiben User auf Plattformen wie Parler etwa: „Wir werden in Zahlen kommen, mit denen keine Armee oder Polizeibehörde mithalten kann“ oder „Runde 2 am 20. Januar. Diesmal keine Gnade. Es ist mir nicht einmal wichtig, Trump an der Macht zu halten. Ich kümmere mich um den Krieg“. Und auch auf den Fanseiten von Donald Trump werden Schlagrufe wie „Trump oder Krieg“ laut.

Und dabei gibt es ein großes Problem. Denn die große Öffentlichkeit verurteilt solche Angriffe zwar. Aber in bestimmten politischen Ecken werden diese als Erfolg angesehen, wie John Scott-Railton vom Citizen Lab der Universität Toronto dem US-Sender CNN erklärt. Und genau das könnte manche Menschen auch dazu motivieren, an weiteren Aufständen teilzunehmen.

Erfahre im Video, wie sich Merkel über den Angriff aufs Kapitol äußert.

Der Terror-Experte Peter Neumann vom Londoner King’s College geht sogar davon aus, dass der Angriff auf das Kapitol der Ausgangspunkt einer gewalttätigen Entwicklung in den USA sein wird. Dem Fernsehsender ntv sagte er: „Der Sturm auf das Kapitol war nicht der Endpunkt, sondern der Anfang einer extremistischen Bewegung, die auch gewalttätig sein wird.“ Und weiter: „Was wir am Mittwoch gesehen haben, war noch kein Terrorismus aber selten hat sich eine terroristische Bewegung so spektakulär angekündigt.“

Dass es noch nicht zu größeren Gewaltausbrüchen gekommen ist, liegt laut dem Experten daran, dass Donald Trump noch immer im Amt sei. „Für seine Anhänger gab es bisher keinen Grund, mit Gewalt gegen die Regierung vorzugehen“, erklärt der Experte. Doch sobald Trump seinen Schreibtisch räume, gebe es keinen Grund mehr für die extremen Teile der Bewegung, sich zurückzuhalten.

Und auch der Buchautor und deutsche Politikwissenschaftler Torben Lütjen erklärt in der Süddeutschen Zeitung, dass die Terrorgefahr nicht gebannt ist. „Hunderttausende von Trumps Wählern sind in Milizen organisiert, haben aber noch eine bürgerliche Existenz zu  verlieren und würden daher nicht einfach auf andere Bürger schießen, auch wenn manche solche Fantasien haben. Aber es gibt einige Hunderte, vielleicht Tausende, die eben nichts zu verlieren haben und die sich in einer Untergrundgruppe organisieren könnten. Die Terrorgefahr ist viel naheliegender als ein Staatstreich.“

Was in Zukunft eine große Rolle spielen wird

Klar ist, dass es für die Trump-Anhänger in Zukunft schwerer sein könnte, sich in den Sozialen Nezwerken auszutauschen. Denn es wurde nicht nur der Twitter-Account von Donald Trump dauerhaft gesperrt. Auch Apps wie etwa Parler, in denen sich Rechte und QAnon-Gläubige austauschen, sind ab sofort nicht mehr im Google Playstore oder im Apple Store verfügbar. Kommunikations-Lücken könnten die Verbündeten des scheidenden Präsidenten aber trotzdem finden und sich dort zusammentun.

Ein weiteres Erschwernis, das hinzukommen dürfte, ist, dass die US-Sicherheitsbehörden natürlich alarmiert sind. Um das Kapitol wurde bereits ein zwei Meter hoher Zaun errichtet, um die Abgeordneten und das Gebäude zu schützen. 

Doch wie sich die Lage in den USA weiterentwickeln wird, hängt laut Lütje auch von der Reaktion der Republikaner ab. Davon, ob sie die Taten auf Einzeltäter schieben und schnell wieder zum gleichen polarisierenden Kurs zurückkehren oder ob sie eine Kehrtwende einläuten. Dann wäre abzuwarten, wie dieser neue Kurs bei den Anhängern ankommen wird. Zu befürchten ist jedoch, dass alles so bleibt, wie es ist.

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