Für viele Zuschauer:innen hat die Serie „How I Met Your Mother“ nichts mit LGBTQIA* zu tun. Schließlich sind alle präsentieren sich alle Hauptcharaktere auf den ersten Blick als hetero. Auch Barney Stinson, obwohl der Schauspieler dahinter Neil Patrick Harris schwul ist. Wer sich die Serie aber genau anschaut, wird bemerken, dass einer der Charaktere queer ist.

„How I Met Your Mother“: Darum ist Lily queer

Viele von uns haben „How I Met Your Mother“ nicht unbedingt als queere Serie gesehen. Das heißt aber nicht, dass alle Hauptcharaktere hetero waren. Aufmerksame Fans haben einige Situationen gefunden, die ganz klar zeigen, dass eine von ihnen queer ist. Dabei handelt es sich um Lily Aldrige. Die Ehefrau von Marshall ist zumindest bicurious (bi-neugierig), sagen aufmerksame Fans. Es gibt einige Szenen, die diese These beweisen. Die haben Fans auf der Fandom-Seite gesammelt. Hier findet du eine kleine Auswahl der Hinweise:

  • Staffel 1, Folge 20: Lily erzählt Robin, dass sie schon immer den Wunsch hatte, eine Frau zu küssen. Darauf küssen sich die beiden.
  • Staffel 4, Folge 1: Lily gibt zu, dass sie den Körper von Robin attraktiv findet
  • Staffel 5 Folge 2: Sie freut sich über den Gedanken, mit Stripper-Lily auf der Bühne zu sein und kauft ihr und Marshall einen Lapdance.
  • Staffel 5, Folge 12: Sie gibt zu, dass sie sich mit der neuen Barkeeperin im Bett vorgestellt hat
  • Staffel 6, Folge 22: Robin erzählt, dass Lily sie jedes Mal küssen will, wenn sie Martinis trinkt
  • Staffel 9, Folge 18: Robin und Lily küssen sich, um Barney wach zu bekommen. Als Robin sie wieder küssen will, sagt sie, dass das komisch ist und möchte es nicht nochmal tun.

Wir sind bei den ganzen Hinweisen auf jeden Fall überzeugt.

Lily und Robin HIMYM
Zwischen Lily und Robin gibt es laut Fans eine sexuelle Anspannung. Foto: Michael Loccisano / Getty Images

Bi-Erasure: Ein Problem der LGBTQIA*-Community

Das Problem, dass bisexuelle Frauen nicht als solche gesehen werden, ist keine Seltenheit. Immer wieder gibt es bisexuelle Personen, die natürlich auch mit Personen des anderen Geschlechts zusammen sind. So sieht es für heteronormative Personen danach aus, als wäre die Person hetero. Auch einige Queers denken, dass bisexuelle Personen, die mit dem anderen Geschlecht zusammen sind, auf einmal hetero sind. Nur weil einige das denken, macht das bisexuelle Personen in hetero-präsentierenden Beziehungen nicht weniger queer. Auch bei Film- und Seriencharakteren kommt das Problem immer wieder vor.

Selbe Schauspielerin, selbes Problem: Bei dieser Serie kommt bi-erasure ebenfalls vor

Buffy The Vampire Slayer
Tara und Willow sind in der Serie zwar zusammen, trotzdem wird nie darüber geredet, dass Willow eigentlich bi ist. Foto: Everett Collection / Imago Images

Ein gutes Beispiel für Charaktere, die bi sind und als hetero gesehen werden, ist Buffy: The Vampire Slayer. Vor Lily Aldrige hat Alyson Hannigan in der berühmten Serie mitgespielt. Der Charakter in der Serie hatte ein und dasselbe Problem. In den ersten drei Staffeln ist Willow mit dem Werwolf Oz zusammen. Danach verliebt sie sich aber in die Hexe Tara und nennt sich selbst „kinda gay“. Das Wort bisexuell wird hier nicht in den Mund genommen.

In diesen Shows kommt Bi-erasure ebenfalls vor

Ein weiteres beliebtes Beispiel für bi-erasure gibt es in der beliebten Serie Glee. Dort kommt er bei dem Charakter Blaine vor. Sein Freund sagt zu ihm: „Bisexual is a term gay guys use in high school when they want to hold hands with girls and feel normal for a change.“ (Bisexuell ist ein Begriff, den schwule Jungs in der Highschool nutzen, um mit Mädchen Händchen zu halten und trotzdem sich normal zu fühlen, wenn sich was ändert) Das hat er zu ihm gesagt, als er sich seiner Sexualität unsicher war. Am Ende ist er doch schwul gewesen.

Sex and the City hat ebenfalls das Problem. In einer der ersten Folgen sagt Samantha, dass „jeder bald pansexuell wäre“. Das wurde später aber vergessen. Zwar war sie in einer späteren Staffel kurz mit einer Frau im Bett, jedoch hat sie sich nie klar über ihre Sexualität geäußert.

Hoffentlich haben die Macher:innen der Shows aus den Fehlern gelernt und machen es in späteren Shows anders.

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