Die Zeit rennt!

Denn weltweit haben sich über 35 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Über eine Million Menschen sind an den Folgen gestorben. Und Wissenschaftler versuchen, so schnell wie möglich wirksame Schutzmaßnahmen sowie Medikamente zu finden.

Doch: Der Druck, die Pandemie schnellstmöglich einzudämmen, ist deshalb extrem hoch und das Tempo der Forschung so schnell, dass sich Fehler einschleichen.

Coronavirus: Expertin warnt vor „Flut an potenziell minderwertiger Forschung“

Auf diese Problematik weist die Bioethikerin Katrina A. Bramstedt hin. Im Journal of Medical Ethics warnt sie deshalb vor einer „Flut an potenziell minderwertiger Forschung„.

Denn in den letzten Monaten sind zahlreiche Studien über das Coronavirus veröffentlicht worden, doch nur ein Bruchteil von ihnen wurde richtig überprüft. Und das hat Folgen. So mussten mehr als 30 wissenschaftliche Studien zu COVID-19 seit ihrer Veröffentlichung wieder zurückgezogen werden. Oder es gab erhebliche Zweifel an ihrer Aussagekraft.

Die Gründe für die Widerrufe sind unter anderem Datenfälschung, methodische Probleme, Zweifel an der Interpretation der Daten und den daraus gezogenen Schlussfolgerungen sowie Urheber- oder Datenschutzverstöße.

Coronavirus Forschung
Coronavirus: Unter schlechter Forschung leiden vor allem die Patienten(Photo: fizkes/ shutterstock)

Der Druck und die Schnelligkeit, unter der die Forscher arbeiten, haben laut der Bioethikerin Folgen für die Integrität der Forschung. Bramstedt erklärt jedoch: „Keine Forschungsgruppe ist von dem Druck und der Geschwindigkeit, die derzeit in der COVID-19-Forschung herrschen, ausgenommen. Und das kann die Gefahr an Fehlern erhöhen„.

Und diese Fehler können verheerende Folgen haben

Die Konsequenzen und Fehler daraus, können zum einen die Wissenschaftler selbst betreffen und dazu führen, dass ihre Reputation darunter leidet. Aber zum anderen drohen auch weitaus größere Gefahren. Nämlich für die Erkrankten: „Patienten können einen signifikanten, dauerhaften und irreversiblen Schaden davontragen, wenn ihrer Behandlung fehlerhafte Forschungsergebnisse zugrunde gelegt werden„, erklärt Bramstedt.

Wenn eine Studie zu schnell veröffentlicht und nicht genauestens durch die Forscher selbst sowie deren Vorgesetzte überprüft wird, drohen dem Patienten im schlimmsten Fall gesundheitliche Schäden. 

Eine Lösung für das Dilemma könnte laut Bramstedt sein, dass die Einreichungsverfahren für wissenschaftliche Publikationen angepasst werden. Und dass die Forscher eine Fortbildung in Forschungsethik- und Integrität verpflichtend machen müssen sowie Verstöße gegen die Regeln härter bestraft werden.

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