Das Coronavirus hat sich auf der ganzen Welt verbreitet. Die Folgen sind verheerend: Kurzarbeit, Lockdowns, Erkrankungen, soziale Isolation sowie Todesfälle.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass viele die Hoffnung haben, dass ein Impfstoff das Coronavirus ausrottet. Allerdings könnte eben genau diese Hoffnung auch viele Menschen in falscher Sicherheit wiegen.

Der Impfstoff wird nicht das Ende der Pandemie sein

So erklärt Hans Kluge, der WHO Generaldirektor für Europa: „Ich höre die ganze Zeit: ‚Der Impfstoff wird das Ende der Pandemie sein“. Und weiter: „Natürlich nicht!“

Denn selbst wenn in den ersten Monaten des nächsten Jahres ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung steht, wird der Impfstoff insbesondere zu Beginn nicht weltweit an alle Menschen verteilt werden können. Denn die Kapazitäten werden dafür vorerst nicht ausreichen. 

So würden wahrscheinlich erst einmal Menschen mit Vorerkrankungen, Senioren und Mitarbeiter des Gesundheitswesens priorisiert werden. Für die breite Masse könnte der Impfstoff eventuell erst Mitte des Jahres zur Verfügung stehen. 

Corona Impfstoff
Christian Drosten, Direktor am Institut fuer Virologie der Charite Berlin geht davon aus, dass der Großteil der Bevökerung noch Masken tragen muss – wenn der Impfstoff schon auf dem Markt ist(Photo: Janine Schmitz/photothek.net via www.imago-images.de)

Experten rechnen außerdem damit, dass mindestens zwei Imppfstoff-Dosen notwendig sind, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Bei über 7 Milliarden Menschen auf der Erde wären also auch mindestens 14 Milliarden Dosen notwendig.

Hinzukommt, dass es eine Herdenimmunität laut Gesundheitsminister Jens Spahn nur geben wird, wenn sich in Deutschland mindestens 55 bis 65 Prozent der Bürger impfen lassen. Zwar ist Spahn sehr zuversichtlich, dass sich genügend Menschen freiwillig impfen lassen wollen. Doch eine absolute Sicherheit dafür gibt es nicht.

Trotz Impfung können sich die Menschen mit dem Coronavirus anstecken

Selbst wenn wir bald einen Impfstoff gegen das Virus haben und sich die Menschen impfen lassen, wird uns das Medikament wahrscheinlich nicht zu 100 % vor dem Virus schützen. Auch Tests lassen erahnen, dass ein Impfstoff zwar vor einem schweren Verlauf schützen, aber nicht eine Infektion verhindern kann. Das bedeutet, dass selbst diejenigen, die bereits geimpft wurden, zwar keine Symptome bekommen, ihre Freunde aber dennoch mit dem Virus anstecken könnten.

Auch Anthony Fauci, der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten erklärt, dass es unwahrscheinlich sei, dass ein Impfstoff die sofortige Zulassung erhalte und sofort weit verbreitet wird. So erklärte er, dass wir das Coronavirus nicht mit einem Impfstoff „ein- und ausschalten“ können. Nur schrittweise, so der Experte, ließe sich das Virus besiegen.

Feststeht: Ein Impfstoff könnte dabei helfen, dass Coronavirus einzudämmen und die Infektionszahlen zu senken und damit auch Leben retten. Zu einem plötzlichen Tod des Virus wird es aber wahrscheinlich nicht kommen. Für uns bedeutet das vor allem, dass das Virus weiterhin eine Gefahr bleibt und wir die Hygiene-und Abstandsregeln wohl noch weiter als Teil unseres Alltags betrachten müssen.

Lies hier, wie lange wir die Masken noch tragen müssen, was die Nebenwirkungen des Impfstoffes sind und wo das Infektionsrisiko am höchsten ist.