Endlich drückt Deutschland auf den Impf-Turbo! Mittlerweile wurden 28 Prozent der Bundesbürger:innen gegen das Coronavirus geimpft. Pro Sekunde bekommen acht Menschen eine Spritze gegen das Virus. Doch mit fortschreitendem Impftempo drängen sich auch immer mehr Fragen auf. Einige davon beantwortete nun die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast Das Coronavirus-Update.

Corona-Impfung: Deutschland ist auf einem guten Weg

So erklärte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, dass Deutschland auf dem richtigen Weg sei: „Ich bin optimistisch. Wenn wir es schaffen, weiter schnell und gezielt zu impfen und vielleicht in vier Wochen schon die Hälfte der Erwachsenen die erste Dosis bekommen haben, dass sich die Situation dann weiter entspannen wird“.

Sollten uns keine Lieferengpässe beim Impfstoff oder eine zu niedrige Impfbereitschaft einen Strich durch die Rechnung machen, könnten die wärmeren Monate aus ihrer Sicht gut werden. Aber „natürlich hilft dann auch der Sommer und dass sich dann viel nach draußen verlagert.“

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Corona-Impfungen: Es geht voran! Credit: Imago/Eibner Europa

Corona-Impfung: Was Genesene von anderen unterscheidet

Außerdem ging Ciesek im Podcast noch einmal auf die Corona-Impfung von Genesenen ein und erklärte, dass bei ihnen eine einzige Impfung ausreiche: „Laut einer Studie sind sie nach der Spritze mindestens genauso gut geschützt wie zweimal Geimpfte ohne vorherige Infektion.“ Wer einen zweiten Piks erhalte, habe keinen zusätzlichen Vorteil.

Positiv ist vor allem, dass geimpfte Genesene auch Antikörper gegen die britische Mutante B.1.1.7 und die südafrikanische Mutante B.1.3.51 haben. „Deswegen muss man sagen, dass eine einmalige Impfung nach einer überstandenen Corona-Erkrankung absolut sinnvoll ist“, sagte die Virologin. Doch wie lange hält der Immunschutz dann eigentlich an? Auf diese Frage antwortete Ciesek: „Da werden wir auf andere Länder wie Israel schauen müssen, die uns in puncto Durchimpfung der Bevölkerung weit voraus sind.

Das Problem mit der Impfung

Abgesehen von den Genesenen sollten sich alle anderen auf jeden Fall zwei Mal gegen das Coronavirus immunisieren lassen. Die erste Impfung stellt nämlich nur den Kontakt mit dem Erreger dar, wodurch Antikörper und ein erster Immunschutz gebildet werden. „Mit der zweiten Impfung erreicht man dann das immunologische Gedächtnis. Das heißt: Die Antikörper-Antwort wird noch mal deutlich stärker – zehnfach bis zwanzigfach stärker. Und man hat eine längere Wirkung.“

Doch eine Umfrage aus den USA zeigt, dass viele Menschen ihren zweiten Impftermin schwänzen. Drei mögliche Gründe dafür sind aus Cieseks Sicht:

  1. Dass diejenigen, die nach der ersten Spritze stärkere Beschwerden haben, auch mehr Angst vor dem zweiten Piks haben.
  2. Dass viele aufgrund von Fake-News glauben, dass eine Spritze ausreiche.
  3. Dass manche ihren zweiten Impftermin gar nicht wahrnehmen können, weil sie zu abgeschieden wohnen oder überhaupt nicht mobil sind.

Damit das Szenario aus den USA nicht auch hier eintritt, braucht es aus Sicht der Virologin eine bessere Aufklärung bei der Erstimpfung.

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