Es waren schreckliche Bilder, die um die Welt gingen. Bilder, die sich in das Gedächtnis von Tierliebhabern eingebrannt haben dürften. Vor ein paar Wochen wurden Millionen Nerze getötet, weil sie sich mit Corona infiziert haben. Das Virus war in den Tieren mutiert und wurde von den Nerzen wieder auf den Menschen übertragen. 

Um in Zukunft solche Corona-Ausbrüche bei Tieren zu verhindern, arbeiten russische WIssenschaftler an einem Corona-Impfstoff für Tiere. 

Corona-Impfstoff für Tiere: Wann ist es soweit?

Sergej Dankwert, der Chef der russischen Veterinäraufsicht erklärte vor Kurzem in einer russischen Fachzeitschrift, dass der Corona-Impfstoff für Tiere gerade an Nerzen, Katzen und Nagetieren getestet wird. Das Mittel soll sich in der dritten Phase befinden, also in genau jener, die entscheidend für die Zulassung ist.

Das Ziel: Bis Ende Januar soll die Vakzine vorliegen.

Du willst mehr über das Coronavirus erfahren? Im Video findest du die Antworten auf die meist gestellten Fragen.

Hat überhaupt jemand Interesse an einem Corona-Impfstoff für Tiere?

Ja. Die russische Veterinäraufsicht erhält laut Dankwert immer wieder Anfragen aus russischen Tierfarmen, weil bestimmte Tiere wie etwa Nerze und Frettchen als besonders anfällig für das Virus gelten und sich gegenseitig infizieren können.

In Russland leben in Tierfarmen mehr als 97.000 Nerze und 6.900 Frettchen. Aber auch in anderen Ländern wie Schweden, Frankreich und den Niederlanden gab es Corona-Fälle bei Nerzen, sodass das Interesse für einen Corona-Impfstoff sehr hoch sein könnte. 

Fragt sich nur: Wie sinnvoll sind die Impfungen für Tiere?

Diese Frage hat wmn dem Friedrich-Loeffler-Institut, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit gestellt. Die Pressesprecherin Elke Reining antwortet uns: „Landwirtschaftliche Nutztiere sind nach heutigem Kenntnisstand nicht empfänglich für eine Infektion mit SARS-CoV-2 und auch Hunde weisen nur eine geringe Empfänglichkeit auf. Hier erscheint der Einsatz von Impfstoffen nicht sinnvoll.“

Und weiter erklärt sie: „Von Katzen und Marderartigen  (Nerz, Frettchen) ist bekannt, dass sie sich infizieren können, aber  bisher erkranken nur Nerze schwer. Hier könnten durch eine Impfung  schwere Krankheitsverläufe verhindert werden, allerdings ist derzeit unklar, ob eine Impfung auch die Virusausscheidung minimieren oder gar unterbinden würde. Außerdem kann eine Veränderung des Virus durch Massenimpfung sowie die weitere Infektionen in der großen Zahl von Nerzen nicht sicher ausgeschlossen werden. Hier besteht noch Forschungsbedarf zur Klärung.“

Heißt: Bislang macht es wenig Sinn, Hunde impfen zu lassen. Und ob und inwiefern ein Impfstoff bei Katzen und Madern sinnvoll ist, muss noch abschließend geklärt werden. Denn bislang wissen wir nicht, ob eine Impfung nur einen schweren Verlauf bei den Tieren oder auch die Übertragung des Virus verhindert.

Übrigens: Russland prescht nicht nur beim Impfstoff für Tiere vor. Auch für Menschen hat das Land schon zwei Mittel entwickelt und freigegeben. Das erste wurde bereits im August auf den Markt gebracht – ohne die Phase drei durchlaufen zu haben. Obwohl Experten kritisieren, dass der Impfstoff nicht ausreichend getestet wurde, gehen viele davon aus, dass das Mittel gut wirken könnte.