Die EU will einen digitalen Impfpass einführen. Doch während sie dafür noch an den technischen Grundlagen tüftelt, hat ein bayerischer Landkreis die digitale Impfbescheinigung schon eingeführt. Um welche Region es sich dabei handelt und wie der digitale Impfpass funktioniert, erklärt wmn kurz und knapp.

Erster Landkreis hat den digitalen Imfpass schon eingeführt

Konkret geht es um den bayerischen Landkreis Ebersberg. Denn wer sich hier gegen das Coronavirus impfen lässt, muss nur seinen Reisepass oder den Ausweis vorlegen – und das Impfzentrum oder der Hausarzt trägt dann ein, wann die Person geimpft wurde. Und vor allem auch, welcher Impfstoff und welche Chargennummer verwendet wurde.

Aus all diesen Informationen wird dann ein Impfzertifikat erstellt, das sich die Geimpften per App ansehen können. Dafür brauchen sie lediglich eine E-Mail-Adresse und ein Kennwort. Sie müssen dann noch den Impfort, das Datum und ihre Ausweisnummer eingeben.

Der Vorteil des digitalen Impfpasses: Abgesehen von der Ausweisnummer sollen keine persönlichen Daten gespeichert werden. Heißt: Auf dem Display stehen weder Namen noch Adresse. Wer jedoch will, kann die Daten selbst eintragen.

Und der digitale Impfpass kommt gut an: Von rund 10.000 vollständig immunisierten Menschen nutzen bereits 1.000 Menschen das digitale Angebot.

Welche Vorteile hat der digitale Impfpasss?

Doch welche Vorteile hat der digitale Impfpass eigentlich? Auf diese Frage antwortet der Landrat Robert Niedergesäß in der BILD-Zeitung: „Der Impfausweis soll schon bald zu Erleichterungen im täglichen Leben und bei Reisen führen. Er ist fälschungssicher, datenschutzkonform und hat eine Schnittstelle zur einheitlichen europäischen Lösung – wann immer sie kommt, Ebersberg ist bereit und vorn dabei.“

Und wann kommt nun der europäische Impfpass?

Tatsächlich soll es nicht mehr lange dauern, bis ganz Europa einen digitalen Impfpass hat. Oder genauer gesagt, es soll bereits Ende Mai soweit sein. Das erklärte heute Thomas Bareiß, der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung im rbb-inforadio: „Das heißt: Jeder Bundesbürger kann Ende Mai eine App oder eine Chipkarte bekommen. Auf einem QR-Code wird gespeichert, ob der Reisende schon eine Impfung hatte, negativ getestet wurde oder genesen ist“.

Bedeutet: Mit diesem QR-Code sollen Geimpfte dann wieder Reisen und in Restaurants oder Geschäfte gehen können. Bis Ende Mai ist es allerdings nicht mehr lang hin, die Zeit rennt. Und dennoch glaubt Thomas Bareiß, dass die EU es schafft, in der kurzen Zeit die technischen Grundlagen zu schaffen und macht uns Hoffnung, dass Reisen im Sommer wieder möglich sind.

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