Im Kampf gegen das Coronavirus setzt Deutschland auf mehrere Maßnamen. Ein Puzzleteil davon ist die Corona-App, die vom Robert-Koch Institut herausgegeben wird. Sie war der Hoffnungsträger in der Pandemiebekämpfung, doch Umfragen zeigen, dass die App nicht so genutzt wird wie gewünscht.

Corona-App: Wenn die User trotz Warnmeldung nicht zu Hause bleiben

Die Hauptfunktion der Corona-App ist klar: Sie soll dabei helfen, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen. Dafür sollen die Bürger die App installieren und darin eintragen, wenn sie positiv auf das Virus getestet wurden. Außerdem läuft die App läuft im Hintergrund der Nutzer und erfässt, wie nahe sich die Menschen kommen. Im Klartext bedeutet das: Trägt eine positiv geteste Person in die App ihr Ergebnis ein und kommt einer anderen zu nahe, erhält diese eine Warnung. Doch da fangen schon die ersten Probleme an. Denn laut dem „Bericht zur Weiterentwicklung“ des Bundesgesundheitsministeriums teilen lediglich 60 % der User ihr positives Testergebnis.

Wie du dich im Alltag gegen Corona schützen kannst, erfährst du im Video.

Hinzukommt, dass selbst diejenigen, die eine Warnung erhalten, dass sie einen Risikokontakt haben, eigentlich zu Hause bleiben und ihren Arzt oder das Gesundheitsamt kontaktieren müssten. Doch wie so häufig scheitert es in der Umsetzung. Denn laut einer forsa-Umfrage im Auftrag von RTL geht jeder vierte User nach einer Warnung NICHT in Quarantäne. Lediglich vier Prozent der Nutzer haben sich laut eigenen Angaben in Quarantäne begeben, nachdem die App ihnen einen Risikokontakt angezeigt hat. 

Corona-App 2.0: Das soll sich ändern

Wer die App selbst schon auf dem Handy hat, weiß, dass da noch viel Luft nach oben ist. Die Angaben sind zu ungenau, die Handhabung zu kompliziert. Deshalb will die Bundesregierung auch einführen, dass die Anwendung den Nutzer mehrmals daran erinnert, dass er ein positives Ergebnis hat und dass er dieses über die App teilen soll. Denn niemand ist verpflichtet dazu, sein Ergebnis zu teilen und damit alle App-Nutzer zu denen man in den letzten 14 Tagen Kontakt hatte, zu informieren. Und: Die Anwendung soll nun nicht mehr nur einmal in 24 Stunden sondern mehrmals am Tag überprüfen, ob die User eine Risikobegegnung hatten. 

Stefan Brink, der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte macht im Handelsblatt noch einen weiteren Verbesserungsvorschlag: Nämlich alle Labore an die App anzuschließen. Außerdem soll die Corona-App in Zukunft die Risikoermittlung besser messen können, etwa in der Bahn. Wie aber das genau gelingen soll, ist laut Handelsblatt aber noch unklar.

Mehr zum Thema: Wusstest du, dass Übergewichtige in Bezug auf Corona„hochgradig gefährdet“ sind? Außerdem erfährst du hier, wieso ein Wattestäbchen den lästigen Corona-Test ersetzen soll.