Hand aufs Herz: Hast du deinen Freunden schon mal Dinge geschrieben, wie etwa  „Oh, das sieht sooooo schön aus“,Jaaa, ich komme mit“ oder „Dankeeee für die Fotos“

Ja? Und hast du dich auch schon mal gefragt, wieso du dich so ausdrückst? Laut US-Forschern ist das nicht nur ein Trend, auf den wir da aufspringen. Sondern es hat bestimmte Gründe, wieso wir uns in Chats oder den sozialen Medien dieser merkwürdigen Chatsprache bedienen. 

Chatsprache
Chatsprache mit vielen Vokalen(Photo: istock/ ViewApart)

Chatsprache: Wieso wir schriftlich so anders kommunizieren

1. Wir wollen unseren Gefühlen Ausdruck verleihen

Die drei amerikanischen Forscher haben eigene Suchprogramme entwickelt und eine sehr große Menge an Tweets aus den letzten acht Jahren ausgewertet. Insgesamt haben sie sich 100 Milliarden englische, spanische und portugiesische Tweets angeschaut. Und dabei sind sie auf ein spannendes Ergebnis gekommen: Mehr Vokale helfen uns demnach dabei, unsere Emotionen auch schriftlich auszudrücken. 

2. Wir wollen unsere Aussagen verstärken

Aber wir nutzen diese Chatsprache auch, um unsere eigenen Aussagen zu verstärken. Wenn wir beispielsweise sagen wollen, dass eine Wohnung nicht nur groß, sondern sehr groß ist, sagen wir „groooooß“ oder im Englischen „huuuuuge“. 

Chatsprache
Mit dieser Chatsprache wollen wir unsere Aussagen verdeutlichen(Photo: shutterstock/ Kamil Macniak)

3. Wir wollen mitteilen, wenn wir mit einer Aussage nicht einverstanden sind

Aber dass wir auf diese merkwürdige Chatsprache setzen, hat noch einen weiteren Grund. Nämlich wenn uns eine Aussage nicht passt und wir ironisch oder sarkastisch darauf antworten wollen. Anstatt also einfach nur  „sicher“ zu schreiben, wählen wir lieber die Formulierung „siiiiicher“.

Warum unsere Chatsprache von unserer normalen Kommunikation abweicht

Doch wieso verhalten wir uns in Chats ganz anders? Wieso reihen wir nicht auch Vokale aneinander, wenn wir jemandem gegenüberstehen? Die US-Forscher gehen davon aus, dass wir eine Nachricht mit unserer Stimme auf vielfältige Weise rüber bringen können. Je nachdem, welche Stimmlage wir wählen, wie laut oder schnell wir sprechen. Aber im Chat? Bleiben uns nicht so viele Möglichkeiten, um unsere Emotionen zu vermitteln. Naja, vielleicht abgesehen von Smileys.

In ihrer Arbeit kommen die Forscher aber noch zu einem weiteren Ergebnis: Vor einigen Jahren haben wir noch versucht mit Formulierungen wie „hahaha“ die mündliche Sprache zu imitieren. Heute aber ist das gar nicht mehr unser vorrangiges Ziel. Stattdessen wollen wir einen sichtbaren Reiz für unsere Augen schaffen, weil die Wörter mit den vielen Vokalen schneller auffallen. Stiiiiiiimt, oder?

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