Sollten wir jetzt alle Cannabis zu uns nehmen? 

Eine vorläufige Studie aus Kanada legt nahe, dass der Cannabis-Stoff CBD vor Corona schützen kann.

Doch: Wie genau soll der Stoff eigentlich wirken? Dafür müssen wir zurück in die Zeit des Biologieunterrichts reisen. Du erinnerst dich noch an das Schlüssel-Schloss-Prinzip? Genau darauf kommt es hierbei nämlich an. 

Coronavirus CBD Cannabis
Cannabis Extrakt CBD: Forscher untersuchen die Wirkung auf Coronaviurs(Photo: Yarygin/ Shutterstock)

So könnte Cannabis gegen das Coronavirus wirken

Denn damit das Coronavirus in die menschlichen Zellen eindringen kann, braucht es einen Schlüssel für das Schloss. Der Schlüssel für das Virus ist ein Protein, das an den ACE2-Rezeptor der Menschen andockt. ACE2 ist ein Enzym, das bei uns vor allem im Magen-Darm-Trakt, in der Lunge und in den Atemwegen vorkommt. 

Forscher gehen deshalb davon aus, dass man sich vor dem Coronavirus schützen kann, wenn man den Weg in den Körper über den ACE2-Rezeptor versperrt.

Wenn das Gewebe kein ACE2 enthält, tritt das Virus nicht ein„, fasst Igor Kovalchuk, Professor für Biowissenschaften an der Universität Lethbridge zusammen.

Cannabis CBD Wirkung auf Coronavirus
Auch im Beautybereich werden die CBD-Produkte eingesetzt(Photo: Shutterstock/ElRoi)

Was bedeuten die Studienergebnisse nun konkret?

Heißt das, dass wir jetzt alle in Ruhe kiffen können und unserem Körper damit gleichzeitig etwas Gutes tun? Nein! Denn die Studie hat nicht das THC untersucht, das für die berauschende Wirkung verantwortlich ist, sondern lediglich das CBD. Und dieses hat keine berauschende Wirkung. Dieses wird mittlerweile vielfach in Form von CBD-Ölen und Tees verkauft, weil es positive gesundheitliche Wirkungen haben soll. 

Da sich das Coronavirus vor allem im Rachen vermehren kann, schlagen die Wissenschaftler der Cannabis-Studie vor, CBD in Mundspülungen zu nutzen, damit das Coronavirus überhaupt nicht erst über Mund und Rachen aufgenommen werden kann.

Fazit: Cannabis & Corona

So positiv wie die Ergebnisse auch klingen mögen: Die Studie hat etliche Sicherheitsstufen noch nicht durchlaufen und ein Gutachten von Experten fehlt. Deshalb ist die Cannabis-Studie mit großer Vorsicht zu genießen.

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