Olympia sollte bisher immer ein regelrechtes Fest der Diversität werden und eine Feier der Menschlichkeit. Gerade in der heutigen Zeit hätten wir solche Dinge wirklich nötig. Doch schon bevor der große Sportwettbewerb startet, kommt es zu heftigen Diskussionen: Badekappen für Schwarze sollen verboten werden. Steht Olympia 2021 durch diesen Rassismus-Skandal damit schon unter einem schlechten Stern?

Olympia 2021 lehnt Badekappen für Schwarze ab

Der internationale Schwimmverband (FINA) lehnte die speziell für Afrohaar hergestellten Badekappen der Firma Soul Cap für den Gebrauch während der olympischen Spiele 2021 ab. Das britische Blatt Metro berichtet, dass der FINA keinen Grund für die Verwendung der Kappen sieht. Ein weiteres Argument gegen die Badekappen sei außerdem, dass die sie sich bei Schwarzen Menschen nicht der natürlichen Kopfform anpassen würden. Alle Schwimmkappen müssen vom FINA abgesegnet werden, bevor sie für internationale Wettkämpfe zugelassen werden – so besagt es das Regelbuch der Olympischen Spiele.

Durch diese Aussagen werden Schwarze und Menschen mit Afrohaaren ganz eindeutig ausgeschlossen. Es ist nicht sicher, ob eine persönliche Befragung der betroffenen Personengruppe durchgeführt wurde. Wenn nicht, hat die FINA einfach über die Köpfe von vielen Menschen hinweg entschieden, dass sie es nicht wert sind, ihre eigenen Badekappen zu bekommen. Dieser Gedankengang löst natürlich viel Kritik von allen Seiten aus.

Badekappen für Schwarze: Herstellerfirma ist enttäuscht

Die Herstellerfirma Soul Cap spezialisiert sich auf Badekappen, die über Dreadlocks, Afros, Webarten, Zöpfe und dickes, lockiges Haar passen und dieses schützen. Damit hat die Firma eine Marktlücke entdeckt und wollte diese auch beim berühmtesten Wettbewerb der Welt füllen. Da Afrohaar von Natur aus aufgrund weniger Zellschichten trockener als glattes Haar ist, braucht es besondere Badekappen, die diesen Bedürfnissen gerecht werden. Denn das in Schwimmbädern enthaltene Natriumhypochlorit (Bleichmittel) kann den Haaren extrem schaden.

Auf Instagram drückt Soul Cap sein Bedauern aus: „Wir hatten gehofft, unsere Arbeit für Vielfalt im Schwimmen weiter voranzutreiben, indem unsere Badekappen für Wettbewerbe zertifiziert werden, sodass Schwimmer:innen jedes Niveaus sich nicht zwischen dem Sport, den sie lieben und ihrem Haar entscheiden müssen.“ Die Gründer merken vor allem an, dass der FINA mit seiner Entscheidung junge Athlet:innen davon abhalte, ihren Sport zu verfolgen.

Verbot für Badekappen löst Empörung und Trauer unter Schwimmer:innen aus

Auch viele Schwimmer:innen drücken ihren Unmut aus. Sie beschreiben, dass herkömmliche Badekappen trotz Pflege und Vorbereitung von ihren Köpfen rutschen und dass sie sich auch deshalb erst spät überhaupt an diesen Sport getraut haben. Sie hatten den Eindruck, von keiner Seite gefördert zu werden. Durch diese Probleme wird Afro- oder lockiges Hhaar erst aufwendig geflochten, um überhaupt eine Chance zu haben, unter die Badekappe zu passen.

FINA hat nun gegenüber BBC verlauten lassen, dass sie die Sachlage prüfen wollen. Sie haben anscheinend die Bedeutung und die Ernsthaftigkeit der Situation verstanden. Man kann also nur hoffen, dass dieses Rassismus-Problem schnellstmöglich aus der Welt geschafft oder ein Kompromiss gefunden wird.

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