Unter den Trump Wählern waren auch viele Schwarze & Latinos. Wieso haben sie für ihn gestimmt? Hier erfährst du es

Das war eine spannende Woche! Alle Welt schaute nach Amerika. Denn der US-Wahlkampf war hitzig, agressiv und steckte voller Überraschung. Nun steht allerdings fest, wer Trumps designierter Nachfolger ist. Nämlich Joe Biden.

In den amerikanischen Großstädten wie New York sorgte diese Nachricht für Erleichterung. Zahlreiche Menschen gingen auf die Straße, feierten, tanzten und stießen darauf an, dass Biden den Wahlkampf gewonnen hat.

Doch bei all der Freude kamen auch immer wieder zwei Fragen hoch: Wer sind die Trump Wähler und wieso haben so viele Schwarze und Latinos Donald Trump gewählt? wmn fässt zusammen, woran das liegt.

Trump Wähler: Wieso sich Schwarze & Latinos für ihn entschieden haben

Trumps Wähler sind mehrheitlich weiß. Dennoch hat er es geschafft, in diesem Jahr noch mehr Stimmen von Schwarzen und Latinos zu bekommen als noch im Jahr 2016. Vor allem in Florida schnitt Trump gut ab.

Verwunderlich ist das für viele Außenstehende deshalb, weil Donald Trump sich immer wieder scharf gegenüber der Black Lives Matter-Bewegung äußerte oder sich nicht von der rechten Proud Boys Bewegung distanzierte. Ganz im Gegenteil sagte er der Schlägertruppe sogar: „stand back, stand by (Auf Deutsch: Haltet euch zurück. Seid bereit.). Und auch Trumps Mexikaner-Freundlichkeit suchte man vergeblich.

Wieso waren unter den Trump Wählern also so viele Latinos und Schwarze? Das liegt an verschiedenen Gründen.

1. Ablehnung des Sozialismus

Im Wahlkampf stellte Donald Trump seinen Herausforderer Joe Biden immer wieder als Sozialisten dar. Eine Taktik, die hierzulande lächerlich wirkte, aber dennoch aufgegangen ist. Denn insbesondere Kubaner oder Venezuelaner haben wegen des Sozialismus ihre Heimat verlassen und lehnen diesen entschieden ab.

2. Ein Arbeitsplatz

In den letzten Jahren ist die Arbeitslosigkeit in den USA gesunken. Eine wirtschaftliche Entwicklung, die bereits mit Obama begonnen hat, aber die Trump als seinen eigenen, persönlichen Sieg verkauft hat. Und das bringt uns auch schon zum nächsten Punkt.

3. Angst vor der Arbeitslosigkeit

Obwohl Schwarze ein höheres Risiko haben, an Corona zu sterben, könnten einige von ihnen einen Lockdown ablehnen. Warum? Weil überproportional viele Schwarze und Latinos in Jobs arbeiten, die von einem Lockdown betroffen wären. Mit Trump wäre klar: einen Lockdown nach europäischen Vorbild gäbe es nicht zu befürchten.

4. Sie teilen die konservativen Ansichten

In dieser Wählergruppe gibt es zudem auch viele konservative Katholiken und Abtreibungsgegner, die ganz einfach dieselben Werte wie Donald Trump vertreten.

Donald Trump Latinos & Schwarze
Sehen wir Donald Trump in Zukunft im Gefängnis? Viele Experten halten das für wahrscheinlich.(Photo: Unsplash/ Damla Özkan/imago/UPI Photo)

5. Die Demokraten haben nicht ausreichend um diese Wähler gekämpft

Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez erklärte auf Twitter, dass ihre Partei nicht ausreichend genug um die Gunst dieser Wähler gekämpft habe. Stattdessen sind die Demokraten davon ausgegangen, dass sie die Stimmen aus den beiden Wählergruppen sowieso bekommen, einfach weil es Tradition ist, dass Afroamerikaner und Latinos die Demokraten wählen. Trump hingegen umwarb die Wählergruppe stärker und stellte beispielsweise auffällig viele schwarze Delegierte ans Rednerpult und bespielte die Wählergruppen sogar mit Fake News.

6. Rassismus betrifft nicht alle gleich stark

Auch wenn das Thema Rassismus bei vielen Menschen ein zentrales Thema war, spielt es nicht für alle Wähler eine Rolle im Alltag. So erklärt Mari Corugedo, die Vorsitzende der League of United Latin American Citizens in Florida gegenüber der taz, dass es beispielsweise in Miami-Dade kein so großes Thema ist wie in Arizona oder Texas.

7. Was hat sich schon unter den Demokraten verbessert?

Auch wenn sich Joe Biden in Zukunft für eine Polizeireform und gegen Rassismus stark machen will, ist er mit seiner Law-and-Order-Politik in den Achtziger- und Neunzigerjahren maßgeblich dafür verantwortlich, dass heute so viele Schwarze in den Gefängnissen eingesperrt sind.

Fazit: Warum Latinos & Schwarze Donald Trump wählten

Die Wählergruppe der Latinos und Schwarzen ist extrem vielfältig, weshalb es keine einfache Antwort auf die Frage gibt, wieso sich diese Wählergruppen für Donald Trump entschieden haben – und das trotz seiner rassistischen Äußerungen.

Jeder einzelne Trump-Wähler hat seine eigenen persönlichen Gründe dafür, warum er sich für ihn entschieden hat. Dennoch dürften insbesondere in diesem Jahr wirtschaftliche Gründe eine wichtigere Rolle gespielt haben als die Hoffnung auf eine gesellschaftliche Vielfalt. Und eben genau diese Themen haben die Republikaner aus Sicht vieler Wähler besser bespielt.

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